Rentenlücken-Rechner für Geschäftsführer
Pensionszusage, gesetzliche Rente, Privatvermögen und der Wert Deiner GmbH: Der Rechner trennt, was sicher ist und was nur möglich. Du siehst Deine Netto-Rentenlücke, die Lücke ohne Zusage und die Sparrate mit und ohne Firmenverkauf.
Als Geschäftsführer verdienst Du oft gut und hast trotzdem keine klare Zahl für den Ruhestand. Gesetzliche Rente, Pensionszusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung, Privatvermögen und der Wert Deiner GmbH stehen nebeneinander, mit sehr unterschiedlicher Sicherheit. Mit dem Rentenlücken-Rechner für Geschäftsführer oben kannst Du Deine Rentenlücke berechnen und dabei Firmenwert, Pensionszusage und Privatvermögen sauber getrennt halten.
Auf dieser Seite erfährst Du, wie Dein Sozialversicherungsstatus über Deine gesetzlichen Ansprüche entscheidet, wie Du eine Pensionszusage oder Unterstützungskasse richtig einträgst, wie sicher eine Zusage bei Insolvenz der GmbH ist und warum der mögliche Verkaufserlös nur als separates Szenario in die Rechnung gehört. Stand: Oktober 2026, mit Steuer-, Kranken- und Pflegeversicherungswerten für 2026 und dem Versorgungsfreibetrag nach Jahr des Rentenbeginns.
Das Wichtigste in Kürze: Bei Geschäftsführern entscheidet die Struktur der Vorsorge mindestens so viel wie ihre Höhe.
- Fremdgeschäftsführer sind meist rentenversicherungspflichtig, beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer meist nicht.
- Im Beispiel unten fehlen 3.200 € netto im Monat. Ohne Pensionszusage wären es 3.800 €.
- Pensionszusagen beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer sind nicht über den Pensions-Sicherungs-Verein geschützt.
- Der Verkaufserlös der GmbH ist eine Chance, kein garantierter Cashflow, und gehört in ein eigenes Szenario.
Warum die Rentenlücke bei Geschäftsführern oft größer ist als gedacht
Die gesetzliche Rente ist auf Durchschnittseinkommen ausgelegt. Beiträge werden 2026 nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 8.450 € im Monat erhoben, und nur bis dahin entstehen Ansprüche. Wer als versicherungspflichtiger Geschäftsführer 15.000 € im Monat verdient, ist damit nur für gut die Hälfte seines Gehalts rentenversichert. Je höher Dein Einkommen und Dein Lebensstandard, desto größer wird deshalb der Teil Deines Ruhestands, den Du selbst finanzieren musst. Bist Du gar nicht versicherungspflichtig, bauen sich während der Geschäftsführertätigkeit überhaupt keine neuen gesetzlichen Ansprüche auf.
Gleichzeitig sind die vorhandenen Bausteine sehr unterschiedlich sicher. Die gesetzliche Rente zahlt lebenslang, unabhängig vom Schicksal Deiner Firma. Eine Pensionszusage ist ein Versprechen Deiner eigenen GmbH und damit an deren wirtschaftliche Zukunft gekoppelt. Der Firmenwert ist erst dann Vorsorge, wenn er zu Geld geworden ist. Wer alles in einen Topf wirft, sieht eine beruhigende Summe, die im schlechten Fall nicht trägt.
Der Rechner auf dieser Seite hält diese Ebenen deshalb auseinander. Er fragt Deinen Sozialversicherungsstatus ab, führt die Pensionszusage als eigenen Posten mit eigener Besteuerung, weist zusätzlich die Lücke ohne Pensionszusage aus und rechnet den Verkaufserlös nur in einem separaten Szenario. Für beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer mit Zusage zeigt er einen Hinweis zum fehlenden Insolvenzschutz. Die allgemeine Rechenlogik aus Wunsch-Netto, Inflation, Kapitalbedarf und Sparrate erklärt die Seite Rentenlücke berechnen.
Sozialversicherungsstatus: Fremdgeschäftsführer, Minderheits- und beherrschender GGF
Ob Du als Geschäftsführer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, hängt nicht vom Titel ab, sondern von Deiner Rechtsmacht in der Gesellschaft. Ein Fremdgeschäftsführer ohne eigene Anteile ist in der Regel abhängig beschäftigt und damit in allen Zweigen der Sozialversicherung pflichtversichert. Ein Gesellschafter-Geschäftsführer mit mindestens 50 % der Anteile oder mit einer Sperrminorität, die ihm erlaubt, alle ihm unliebsamen Beschlüsse zu verhindern, gilt als selbstständig und ist nicht versicherungspflichtig. Ein Minderheits-Gesellschafter-Geschäftsführer ohne solche Sperrminorität ist meist abhängig beschäftigt.
Maßgeblich ist, was im Gesellschaftsvertrag steht. Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts reichen Stimmbindungsabreden außerhalb des Gesellschaftsvertrags oder besonderes Fachwissen nicht aus, um Selbstständigkeit zu begründen. Verbindlich klärt den Status das Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV. Für geschäftsführende Gesellschafter einer GmbH wird es bei der Anmeldung zur Sozialversicherung automatisch angestoßen, ansonsten kannst Du es bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung beantragen.
Für Deine Rentenlücke hat der Status zwei Folgen. Bist Du versicherungspflichtig, wächst Deine gesetzliche Rente weiter, aber nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Bist Du es nicht, bleiben Dir meist nur Ansprüche aus früheren Angestelltenjahren. Freiwillige Beiträge sind möglich, 2026 zwischen 112,16 € und 1.571,70 € im Monat. Außerdem verändert der Status Deine Krankenversicherung im Alter: Wer lange nicht gesetzlich versichert war, erfüllt die Vorversicherungszeit für die Krankenversicherung der Rentner meist nicht.
Ändert sich die Beteiligung, etwa durch neue Gesellschafter oder eine Nachfolgeregelung, kann sich auch der Status ändern. Prüfe ihn deshalb bei jeder Änderung am Gesellschaftsvertrag neu, und trage im Rechner nur Ansprüche ein, die Du tatsächlich hast.
Pensionszusage und Unterstützungskasse richtig im Rechner erfassen
Bei einer Pensionszusage, auch Direktzusage genannt, verspricht Dir die GmbH selbst eine Rente und bildet dafür eine Pensionsrückstellung in der Bilanz. Bei einer Unterstützungskasse zahlt eine externe Versorgungseinrichtung, die von der GmbH finanziert wird. Beide Wege führen im Alter zu Versorgungsbezügen und gehören im Rechner in dasselbe Feld „Pensionszusage oder Unterstützungskasse“. Direktversicherung und Pensionskasse haben ein eigenes Feld, weil sie anders besteuert werden.
Trage nur die unverfallbare, verbindlich zugesagte Leistung ein, wie sie in der Zusage oder im versicherungsmathematischen Gutachten steht. Achte auf den Schalter für die Vertragswerte. Viele Zusagen nennen einen festen Eurobetrag, der zum Rentenbeginn gezahlt wird, also einen nominalen Wert. Im Beispiel unten wären 600 € in 20 Jahren bei 2 % Inflation heute nur 404 € wert. Die Lücke stiege dann von 3.200 € auf 3.396 €, die Sparrate von 2.865 € auf 3.041 €. Ist Deine Zusage dagegen an die Inflation oder Gehaltsentwicklung gekoppelt, passt die Einstellung „in heutiger Kaufkraft“.
Steuerlich sind Leistungen aus Pensionszusage und Unterstützungskasse Versorgungsbezüge nach § 19 EStG. Abgezogen werden ein Pauschbetrag von 102 € und der Versorgungsfreibetrag, der sich nach dem Jahr des Versorgungsbeginns richtet. Für einen Beginn 2026 sind es 12,8 % der Bezüge, höchstens 960 € plus 288 € Zuschlag im Jahr. Der Wert sinkt mit jedem Jahrgang, für einen Beginn 2046 bleiben 4,8 %, höchstens 360 € plus 108 € Zuschlag, ab 2058 entfällt er. Der Rechner setzt den Freibetrag für Dein Rentenjahr automatisch an. In der Krankenversicherung zählt die Zusage wie eine Betriebsrente.
Wichtig ist die Zeile „Lücke ohne Pensionszusage“ im Ergebnis. Sie zeigt, wie stark Dein Ruhestand an der GmbH hängt. Wie Zusagen gestaltet, finanziert und geprüft werden, erklärt der Ratgeber zur Pensionszusage für Gesellschafter-Geschäftsführer.
Insolvenzschutz: Wie sicher ist Deine Pensionszusage?
Für Arbeitnehmer ist eine Pensionszusage über den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) gegen die Insolvenz des Arbeitgebers geschützt. Nach § 17 BetrAVG gilt das auch für Personen, die keine Arbeitnehmer sind, wenn ihnen die Versorgung aus Anlass ihrer Tätigkeit für ein Unternehmen zugesagt wurde. Fremdgeschäftsführer und nicht beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer sind damit in der Regel geschützt. Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer nicht: Sie gelten als Unternehmer, für sie greift das Betriebsrentengesetz insoweit nicht. Geht die GmbH in die Insolvenz, ist der Anspruch dann nur eine einfache Forderung gegen die Insolvenzmasse.
Absichern lässt sich die Zusage vor allem über eine Rückdeckungsversicherung, die an Dich und Deine Hinterbliebenen verpfändet ist. Im Insolvenzfall hast Du dann ein Recht auf die Versicherungsleistung, das Vorrang vor anderen Gläubigern hat. Prüfe aber, ob die Rückdeckung die Zusage voll finanziert. Viele ältere Zusagen sind unterdeckt, und eine Pensionsrückstellung in der Bilanz ist kein Vermögen, sondern eine Schuld der GmbH. Bei einer Unterstützungskasse gilt der gesetzliche Schutz ebenfalls nur für nicht beherrschende Geschäftsführer.
Zur Sicherheit gehört auch die steuerliche Anerkennung. Die Finanzverwaltung prüft bei Gesellschafter-Geschäftsführern unter anderem, ob die Zusage ernsthaft, erdienbar und angemessen ist. Beim beherrschenden GGF müssen zwischen Zusage und Rentenbeginn in der Regel mindestens zehn Jahre liegen. Hält die Zusage diesen Kriterien nicht stand, drohen verdeckte Gewinnausschüttungen.
Im Rechner kannst Du das Risiko gut sichtbar machen. Ist Deine Zusage nur teilweise rückgedeckt, rechne ein vorsichtiges Szenario, in dem Du nur den abgesicherten Teil einträgst. Vergleiche das Ergebnis mit der Lücke ohne Pensionszusage. Liegt diese deutlich höher, lohnt sich eine Prüfung von Finanzierung und Verpfändung.
Beispiel: 3.200 € Rentenlücke bei 20 Jahren bis zur Rente
Die Voreinstellung des Rechners zeigt einen 47-jährigen Geschäftsführer, der mit 67 in den Ruhestand gehen will. Er plant mit 5.000 € netto im Monat in heutiger Kaufkraft. Aus früheren Angestelltenjahren und Pflichtbeiträgen erwartet er eine gesetzliche Rente von 1.200 € netto, aus der Pensionszusage seiner GmbH 600 € netto, beides in heutiger Kaufkraft. Zusammen sind das 1.800 € netto, die Rentenlücke beträgt 3.200 € im Monat. Ohne die Pensionszusage wären es 3.800 €.
Bis zum Rentenstart 2046 vergehen 20 Jahre. Bei 2 % Inflation entsprechen 3.200 € dann nominal rund 4.755 € (3.200 € mal 1,02 hoch 20, also mal 1,486). Damit die Lücke bis zum Alter von 90 gedeckt ist, bei jährlich 2 % höheren Entnahmen und 3 % Rendite im Ruhestand, muss zum Rentenbeginn ein Kapital von 1.162.589 € bereitstehen. Ohne vorhandenes Privatvermögen und mit 5 % Rendite nach Kosten bis dahin braucht er dafür eine Sparrate von 2.865 € im Monat.
Die drei Szenarien des Rechners zeigen, wie empfindlich diese Zahl ist. Mit 2 Prozentpunkten weniger Rendite in beiden Phasen steigt die Sparrate auf 4.460 €, mit 2 Punkten mehr sinkt sie auf 1.865 €. Wählst Du die Entnahmedauer als Stellschraube, liegen die Werte bei 3.407 € (Planung bis 95) und 2.296 € (bis 85). Ein Prozentpunkt mehr Inflation samt höherer Entnahme-Erhöhung führt zu 3.869 €, einer weniger zu 2.124 €.
Viele Geschäftsführer haben bereits privat gespart. Mit 150.000 € freiem Privatvermögen, das bis zum Rentenbeginn auf rund 397.995 € wächst, sinkt die Sparrate auf 1.884 €. Gemeint ist nur Vermögen außerhalb der GmbH, ohne Gesellschaftsanteile und ohne Firmenkonten.
Firmenwert und Verkaufserlös als separates Szenario
Für viele Unternehmer ist der Verkauf der GmbH der größte Posten ihrer Altersplanung. Gerade deshalb rechnet der Rechner ihn getrennt. Ein Kaufpreis hängt von Käufern, Zinsen, Branchenlage und vor allem davon ab, wie gut das Unternehmen ohne Dich funktioniert. Kleinere Gesellschaften werden oft deutlich niedriger bewertet, wenn Kundenbeziehungen und Know-how am Geschäftsführer hängen.
Eine bestehende Pensionszusage kann den Verkauf zusätzlich erschweren. Käufer übernehmen ungern Versorgungsverpflichtungen, deren Kosten schwer kalkulierbar sind. Dann muss die Zusage vorher ausgelagert, abgefunden oder angepasst werden, was steuerliche Folgen haben kann. Das solltest Du mit Deinem Steuerberater lange vor dem geplanten Verkauf durchspielen. Für den Erlös aus GmbH-Anteilen im Privatvermögen gilt bei einer Beteiligung ab 1 % das Teileinkünfteverfahren, 60 % des Veräußerungsgewinns sind steuerpflichtig.
Im Rechner trägst Du den möglichen Verkaufserlös nach Steuern in heutiger Kaufkraft ein. Standardmäßig zieht er 30 % Sicherheitsabschlag ab und schreibt den Rest mit der Inflation bis zum Rentenbeginn fort. So werden im Beispiel aus 800.000 € nach Abschlag 560.000 € und zum Rentenstart nominal 832.131 €. Die Sparrate mit Verkaufsszenario sinkt damit von 2.865 € auf 814 € im Monat. Zusammen mit 150.000 € Privatvermögen wäre keine zusätzliche Sparrate mehr nötig.
Genau dieser Vergleich zeigt das Risiko: Dein Ruhestand wäre dann vollständig davon abhängig, dass der Verkauf zum geplanten Preis gelingt. Robust ist ein Plan, der mit der Basisrechnung funktioniert und den Verkauf als Bonus behandelt.
Netto statt brutto: Krankenversicherung und Steuern im Ruhestand
Viele Geschäftsführer sind privat krankenversichert. Im Ruhestand fällt der Arbeitgeberzuschuss weg. Die Rentenversicherung zahlt nur einen Zuschuss auf die gesetzliche Rente, nicht auf Pensionszusage oder private Renten. Im Beispiel sind das 105 € im Monat (der halbe allgemeine Beitragssatz plus halber Zusatzbeitrag auf 1.200 € Rente). Rechnet der Geschäftsführer seine 1.200 € gesetzliche Rente und 600 € Pensionszusage im Modus „Brutto“ mit einem PKV-Beitrag von 900 €, bleiben ihm netto nur 1.005 €. Seine Lücke steigt auf 3.995 €, die Sparrate auf 3.577 €. Einkommensteuer fällt hier keine an, weil die abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge das zu versteuernde Einkommen mit 10.502 € unter den Grundfreibetrag von 12.348 € drücken.
Bleibt er freiwillig gesetzlich versichert, zahlt er auf beide Einkünfte Beiträge, insgesamt 275 € im Monat, dazu 66 € Steuern. Sein Netto liegt dann bei 1.459 €, die Lücke bei 3.541 € und die Sparrate bei 3.170 €. Welche Variante für Dich gilt und wie sich PKV-Beiträge im Alter entwickeln können, erklärt der Ratgeber zur PKV für Selbstständige und GmbH-Geschäftsführer.
Bei der Steuer greifen für die gesetzliche Rente der Besteuerungsanteil Deines Rentenjahres, bei Beginn 2046 sind es 94 %, und für die Pensionszusage der Versorgungsfreibetrag. Kommt eine hohe Zusage hinzu, steigt der Grenzsteuersatz schnell. Für den Modus „Brutto“ brauchst Du deshalb realistische Werte für alle Einkünfte.
Drei Ebenen: So machst Du Deine Versorgung robuster
Eine belastbare Altersversorgung für Geschäftsführer trennt drei Ebenen. Die erste Ebene ist eine lebenslange Basis aus gesetzlicher Rente, gut abgesicherter Zusage oder Rürup-Rente. Die zweite Ebene ist flexibles Privatvermögen außerhalb der GmbH, aufgebaut über die Sparrate aus dem Rechner. Die dritte Ebene ist der Firmenwert als Zusatzchance. Die Tabelle zeigt, wie die einzelnen Bausteine im Rechner und im Alter behandelt werden.
Welcher Baustein zählt wie? Übersicht für Geschäftsführer (Krankenversicherung: Pflichtversicherung der Rentner)
| Baustein | Feld im Rechner | Steuer im Alter | Krankenversicherung (KVdR) | Bei Insolvenz der GmbH |
|---|---|---|---|---|
| Gesetzliche Rente | Gesetzliche Rente | Besteuerungsanteil, bei Rentenbeginn 2046: 94 % | halber Beitragssatz plus Pflege | nicht betroffen |
| Pensionszusage (Direktzusage) | Pensionszusage oder Unterstützungskasse | Versorgungsbezug mit Versorgungsfreibetrag | voller Satz, Freibetrag 197,75 € | PSV nur für nicht beherrschende GGF, sonst verpfändete Rückdeckung nötig |
| Unterstützungskasse | Pensionszusage oder Unterstützungskasse | Versorgungsbezug mit Versorgungsfreibetrag | voller Satz, Freibetrag 197,75 € | wie Pensionszusage |
| Direktversicherung, Pensionskasse | Direktversicherung oder Pensionskasse | voll steuerpflichtig | voller Satz, Freibetrag 197,75 € | Vertrag beim Versicherer, unabhängig von der GmbH |
| Private Rente, Rürup | Private Renten, Rürup-Rente | Ertragsanteil (mit 67: 17 %) bzw. Besteuerungsanteil | beitragsfrei | privat, unabhängig von der GmbH |
| Privatvermögen | Freies Privatvermögen für die Rente | Abgeltungsteuer auf Erträge | beitragsfrei | privat, unabhängig von der GmbH |
| Firmenwert | Möglicher Verkaufserlös (nur Szenario) | bei GmbH-Anteilen Teileinkünfteverfahren | entfällt | hängt vollständig an der GmbH |
Für beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer ohne gesetzliche Rentenversicherung ist die Rürup-Rente oft ein zentraler Baustein der ersten Ebene. Hast Du eine Pensionszusage ohne eigene Beiträge, wird der Höchstbetrag von 30.826 € in der Regel um einen fiktiven Rentenversicherungsbeitrag auf Dein Gehalt gekürzt. Was Dir bleibt, zeigt der Rürup-Rechner. Was eine Entgeltumwandlung als Geschäftsführer netto kostet, rechnest Du mit dem bAV-Rechner für Geschäftsführer. Die Durchführungswege im Überblick findest Du im Ratgeber Betriebliche Altersvorsorge für Geschäftsführer, die Gesamtstrategie im Leitfaden Altersvorsorge für Gesellschafter-Geschäftsführer. Führst Du kein Unternehmen in GmbH-Form, sondern bist Einzelunternehmer oder Freiberufler, passt der Rentenlücken-Rechner für Selbstständige besser.
Häufige Fragen zur Rentenlücke für Geschäftsführer
Wie berechne ich meine Rentenlücke als Geschäftsführer? Lege Dein Wunsch-Netto im Ruhestand in heutiger Kaufkraft fest und ziehe die verlässlichen Netto-Alterseinkünfte ab: gesetzliche Rente, unverfallbare Leistungen aus Pensionszusage, Unterstützungskasse oder Direktversicherung, private Renten und Rürup. Berücksichtige Steuern und Krankenversicherung, bei PKV ohne Arbeitgeberzuschuss. Privatvermögen außerhalb der GmbH verringert Deine Sparrate. Den Verkaufserlös der Firma rechnest Du nur als separates Szenario mit Sicherheitsabschlag.
Ist man als GmbH-Geschäftsführer rentenversicherungspflichtig? Das hängt von der Beteiligung ab. Fremdgeschäftsführer ohne Anteile sind in der Regel versicherungspflichtig. Gesellschafter-Geschäftsführer mit mindestens 50 % oder einer umfassenden Sperrminorität im Gesellschaftsvertrag sind selbstständig und nicht versicherungspflichtig. Minderheitsgesellschafter ohne Sperrminorität sind meist abhängig beschäftigt. Verbindlich klärt das ein Statusfeststellungsverfahren der Deutschen Rentenversicherung, das bei geschäftsführenden GmbH-Gesellschaftern schon mit der Anmeldung angestoßen wird.
Wie sicher ist eine Pensionszusage bei Insolvenz der GmbH? Für Fremdgeschäftsführer und nicht beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer springt in der Regel der Pensions-Sicherungs-Verein ein. Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer sind nicht gesetzlich geschützt. Für sie ist eine an sie verpfändete Rückdeckungsversicherung der wichtigste Schutz. Prüfe zusätzlich, ob die Rückdeckung die Zusage voll finanziert, denn viele Zusagen sind unterdeckt. Im Rechner siehst Du über die Lücke ohne Pensionszusage, was im schlechtesten Fall fehlen würde.
Wie wird eine Pensionszusage im Ruhestand versteuert? Leistungen aus Pensionszusage und Unterstützungskasse sind Versorgungsbezüge nach § 19 EStG und werden wie Arbeitslohn versteuert. Abgezogen werden 102 € Pauschbetrag und der Versorgungsfreibetrag, der vom Jahr des Rentenbeginns abhängt. Bei Beginn 2026 sind es 12,8 %, höchstens 960 € plus 288 € Zuschlag im Jahr, bei Beginn 2046 nur noch 4,8 %, höchstens 360 € plus 108 €. Ab 2058 entfällt der Freibetrag vollständig.
Sollte ich den Verkaufserlös meiner GmbH in die Altersvorsorge einrechnen? Ja, aber nur als separates Szenario. Käufer, Preis, Zeitpunkt und Steuern sind unsicher, und eine Pensionszusage kann den Verkauf erschweren. Der Rechner zieht vom erwarteten Erlös nach Steuern standardmäßig 30 % Sicherheitsabschlag ab und lässt die Basisrechnung unverändert. Im Beispiel senkt ein Erlös von 800.000 € die Sparrate von 2.865 € auf 814 € im Monat. Plane so, dass Dein Ruhestand auch ohne Verkauf trägt.
Welche Altersvorsorge passt für Gesellschafter-Geschäftsführer? Bewährt hat sich eine Kombination aus drei Ebenen: eine lebenslange Basis, etwa über Rürup, gesetzliche Rente oder eine gut rückgedeckte Pensionszusage, dazu flexibles Privatvermögen außerhalb der GmbH und der Firmenwert als Zusatzchance. Welche Gewichtung passt, hängt von Status, Steuersatz, Liquidität der GmbH und Nachfolgeplänen ab. Der Rechner zeigt Dir, wie groß die Lücke ist, die diese Bausteine gemeinsam schließen müssen.
Was passiert mit der Krankenversicherung, wenn ein Geschäftsführer in Rente geht? Der Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung entfällt. Privat Versicherte zahlen ihren Beitrag dann weitgehend selbst, die Rentenversicherung gibt nur einen Zuschuss auf die gesetzliche Rente. Im Beispiel sind das 105 € bei 1.200 € Rente. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen Beiträge auf alle Einkünfte, auch auf die Pensionszusage. In die günstigere Krankenversicherung der Rentner kommt nur, wer die Vorversicherungszeit erfüllt.
Mit dem Rechner siehst Du, wie groß Deine Lücke ist und wie stark sie an Pensionszusage und Firmenverkauf hängt. Ob Deine Zusage ausreichend finanziert ist und wie sich betriebliche und private Vorsorge sinnvoll entkoppeln lassen, besprechen wir gern mit Dir. Mehr dazu findest Du unter Altersvorsorge für Geschäftsführer, für ein unverbindliches Gespräch nutze die Kontaktseite.
Fragen, die ein KÄPSELE stellt.
Wer clever ist, gibt seine Finanzen nicht leichtfertig ab. Deswegen beantworten wir Dir hier alle Fragen, die Du schon vor dem ersten Gespräch geklärt haben möchtest. Alles Weitere besprechen wir gerne persönlich mit Dir.
Wie wird ein geplanter Firmenverkauf in der Rentenlücke berücksichtigt?
Rechne mit mehreren Verkaufspreisen, Steuerabzug und einem Sicherheitsabschlag. Die private Basisversorgung sollte auch bei einem späteren, niedrigeren oder ganz ausbleibenden Verkauf funktionieren.
Braucht ein Geschäftsführer private Vorsorge neben der bAV?
Häufig ja. Private Anlagen können die Abhängigkeit vom Unternehmen reduzieren und mehr Flexibilität schaffen. Die sinnvolle Aufteilung hängt von Deinem sozialversicherungsrechtlichen Status, der Zusage, dem Firmenvermögen und Deinen privaten Zielen ab.
Zählt eine Pensionszusage vollständig als sichere Rente?
Nur wenn Anspruch, Finanzierung, rechtliche Gestaltung und künftige Leistungsfähigkeit der GmbH belastbar sind. Der Ausweis in einer Unterlage allein ersetzt diese Prüfung nicht.
Wie berechnet ein Geschäftsführer seine Rentenlücke?
Vom gewünschten Netto-Budget im Ruhestand werden gesetzliche, betriebliche und private Nettoleistungen abgezogen. Firmenwert und noch nicht gesicherte Versorgungszusagen solltest Du separat betrachten. Inflation und spätere Abgaben gehören ebenfalls in die Rechnung.