Rentenlücken-Rechner für Selbstständige
Als Selbstständiger hängt Deine Altersvorsorge selten an nur einer Zahl. Der Rechner verbindet gesetzliche oder berufsständische Ansprüche, private Vorsorge und schwankende Sparraten zu einem realistischen Bild Deiner Rentenlücke. In rund 2 Minuten erhältst Du kostenlos und anonym eine erste Orientierung.
Stand: August 2026. Die Berechnung ist eine Orientierung und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.
Das Wichtigste in Kürze
- Selbstständige brauchen meist eine eigene Altersvorsorgestrategie, weil Höhe und Verlässlichkeit gesetzlicher Ansprüche stark variieren.
- Versorgungswerk, freiwillige gesetzliche Rente, Rürup, private Renten, Depot und andere sichere Einkünfte sollten getrennt erfasst werden.
- Der erwartete Unternehmensverkauf ist kein garantierter Rentenbaustein und sollte als eigenes Szenario behandelt werden.
- Eine flexible Basisrate plus zusätzliche Einzahlungen in starken Monaten ist oft realistischer als eine starre Sparvorgabe.
- Inflation, Steuern, Kranken- und Pflegeversicherung entscheiden darüber, was im Alter tatsächlich verfügbar bleibt.
Was bei Selbstständigen anders ist
Ein klassischer Rentenrechner unterstellt oft ein gleichmäßiges Einkommen und lückenlose Beiträge. Selbstständigkeit funktioniert anders: Umsätze schwanken, Rücklagen konkurrieren mit Investitionen und nicht jede Person zahlt in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Deshalb betrachtet dieser Rechner mehrere Einkommens- und Vorsorgequellen getrennt.
Diese Zahlen solltest Du bereithalten
- Dein gewünschtes monatliches Nettobudget im Ruhestand
- Ansprüche aus gesetzlicher Rentenversicherung oder Versorgungswerk
- Prognosen aus Rürup-, privaten Renten- und bAV-Verträgen
- regelmäßige Einnahmen aus Vermietung oder anderen verlässlichen Quellen
- bestehendes frei verfügbares Vorsorgevermögen
Plane den Wert Deiner Firma oder Kanzlei zusätzlich in einem vorsichtigen Szenario. Käufer, Bewertung, Steuern und Verkaufszeitpunkt sind unsicher – laufende private Ansprüche sind leichter belastbar.
So berechnet der Rechner Deine Rentenlücke
Zuerst legst Du Dein Zielbudget in heutiger Kaufkraft fest. Davon werden Deine voraussichtlichen Nettoleistungen im Alter abgezogen. Anschließend rechnet das Modell die Lücke bis zum Rentenbeginn mit Deiner Inflationsannahme fort und leitet daraus einen Kapitalbedarf sowie eine mögliche monatliche Sparrate ab.
Mit drei Szenarien statt einer Wunschzahl
Nutze ein vorsichtiges, ein realistisches und ein optimistisches Szenario. Verändere dabei nicht alles gleichzeitig: Teste nacheinander Einkommen, Sparrate, Rendite und Rentenbeginn. So erkennst Du, welche Stellschraube Dein Ergebnis wirklich verändert.
Beispiel: Wie aus einer abstrakten Lücke eine Zahl wird
Eine Selbstständige plant im Ruhestand mit 3.200 Euro netto pro Monat. Aus Versorgungswerk und privaten Renten erwartet sie 1.100 Euro netto. Die heutige Lücke beträgt damit 2.100 Euro. Bei 25 Jahren bis zum Ruhestand und 2 Prozent Inflation entsprechen diese 2.100 Euro später rund 3.445 Euro monatlich.
- Zielbudget heute: 3.200 Euro
- erwartete sichere Nettoeinkünfte: 1.100 Euro
- Rentenlücke heute: 2.100 Euro
- nominale Lücke in 25 Jahren bei 2 Prozent Inflation: rund 3.445 Euro
Wie hoch die nötige Sparrate ausfällt, hängt von vorhandenem Kapital, Rendite nach Kosten und Steuern sowie der geplanten Entnahmedauer ab. Genau diese Annahmen solltest Du variieren.
Welche Vorsorgebausteine können passen?
Gesetzliche Rentenversicherung oder Versorgungswerk
Beide können eine lebenslange Basis liefern. Prüfe Deinen aktuellen Versicherungsverlauf beziehungsweise die Hochrechnung des Versorgungswerks und rechne nicht mit Ansprüchen, die noch nicht gesichert sind.
Rürup-Rente
Die Basisrente kann steuerlich interessant sein, ist aber langfristig gebunden. Entscheidend sind Kosten, Anlagekonzept, Auszahlungsbedingungen und Deine heutige sowie spätere Steuersituation.
Flexibles Depot
Ein breit gestreutes Depot bietet Flexibilität, trägt aber Markt- und Entnahmerisiken. Eine Liquiditätsreserve für schwächere Geschäftsjahre verhindert, dass Du langfristige Anlagen zur falschen Zeit verkaufen musst.
Typische Fehler in der Planung
- nur mit einem guten Durchschnittsjahr rechnen
- Unternehmenswert und Privatvermögen vermischen
- Steuern, Krankenversicherung und Inflation ausblenden
- zu hohe fixe Beiträge ohne ausreichende Liquiditätsreserve wählen
- alle Vorsorge auf ein einziges Produkt konzentrieren
Vom Rechenergebnis zur tragfähigen Strategie
Wenn Du möchtest, ordnen wir gemeinsam ein, welche Lücke wirklich priorisiert werden sollte, wie viel Flexibilität Du brauchst und welche Bausteine zu Deinem Unternehmen, Deiner Steuerlage und Deinem Sicherheitsbedürfnis passen.
Fragen, die ein KÄPSELE stellt.
Wer clever ist, gibt seine Finanzen nicht leichtfertig ab. Deswegen beantworten wir Dir hier alle Fragen, die Du schon vor dem ersten Gespräch geklärt haben möchtest. Alles Weitere besprechen wir gerne persönlich mit Dir.
Kann ich freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rente berücksichtigen?
Ja. Nutze für die Berechnung die daraus erwartete Rentenleistung und nicht nur den heutigen Beitrag. Vor einer größeren Einzahlung solltest Du die konkrete Wirkung auf Deine Ansprüche bei der Deutschen Rentenversicherung prüfen.
Wie plane ich Altersvorsorge bei stark schwankendem Einkommen?
Lege eine Basisrate fest, die auch in schwächeren Monaten tragbar ist, und definiere zusätzliche Einzahlungen für umsatzstarke Phasen. So bleibt die Vorsorge konsequent, ohne Deine betriebliche Liquidität zu gefährden.
Zählt mein Unternehmenswert zur Altersvorsorge?
Ja, aber am besten als separates Szenario mit Sicherheitsabschlag. Verkaufspreis, Nachfrage, Steuern und Zeitpunkt sind nicht garantiert. Deine private Basisversorgung sollte deshalb auch funktionieren, wenn der spätere Verkauf schwächer ausfällt als erhofft.
Wie viel sollten Selbstständige für die Rente zurücklegen?
Eine pauschale Prozentzahl ist zu grob. Entscheidend sind Deine konkrete Rentenlücke, der Zeitraum bis zur Rente, vorhandenes Vermögen und die Rendite nach Kosten und Steuern. Der Rechner übersetzt diese Faktoren in eine individuelle Monatsrate.