Rentenlücken-Rechner für Selbstständige
Ohne Arbeitgeber und oft ohne gesetzliche Rente brauchst Du eine eigene Rechnung. Der Rechner verbindet Versorgungswerk, Rürup, private Renten und Depot, plant Zusatzeinzahlungen aus starken Jahren ein und testet einen Firmenverkauf als separates Szenario.
Als Selbstständiger zahlst Du meist nicht automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein, und niemand richtet Dir eine Betriebsrente ein. Deine Rentenlücke als Selbstständiger setzt sich deshalb aus vielen Bausteinen zusammen: Versorgungswerk oder freiwillige gesetzliche Rente, Rürup, private Renten, Depot, vielleicht Mieteinnahmen und ein Unternehmen, das Du eines Tages verkaufen willst. Mit dem Rentenlücken-Rechner für Selbstständige oben berechnest Du die Lücke, planst Zusatzeinzahlungen aus starken Jahren ein und testest einen Unternehmensverkauf als separates Szenario.
Diese Seite erklärt, welche Ansprüche Selbstständige tatsächlich haben, wie Du Versorgungswerk, freiwillige Beiträge und Rürup richtig einträgst, warum die Krankenversicherung im Alter für Selbstständige so stark ins Gewicht fällt und wie eine Sparstrategie mit schwankenden Einnahmen aussieht. Stand: Oktober 2026, mit den Beitragsgrenzen der Rentenversicherung sowie der Kranken- und Pflegeversicherung für 2026.
Das Wichtigste in Kürze: Für Selbstständige zählt weniger die einzelne Zahl als die Frage, welche Teile Deiner Vorsorge wirklich sicher sind.
- Rentenlücke = Wunsch-Netto minus sichere Netto-Alterseinkünfte, in heutiger Kaufkraft. Im Beispiel unten fehlen 2.100 € im Monat.
- Freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rente sind 2026 zwischen 112,16 € und 1.571,70 € im Monat möglich.
- Freiwillig gesetzlich versicherte Rentner zahlen Beiträge auf alle Einkünfte, mindestens auf 1.318,33 € im Monat.
- Ein Firmenverkauf gehört nicht in die Basisrechnung, sondern in ein eigenes Szenario mit Sicherheitsabschlag.
Warum Selbstständige ihre Rentenlücke anders berechnen müssen
Bei Angestellten fließen automatisch Beiträge in die gesetzliche Rente, der Arbeitgeber zahlt die Hälfte, und die Renteninformation liefert jedes Jahr eine Hochrechnung. Bei Selbstständigen gilt das nur für bestimmte Gruppen. Pflichtversichert sind laut Deutscher Rentenversicherung unter anderem selbstständige Lehrer, Erzieher, Pflegekräfte und Hebammen, Künstler und Publizisten über die Künstlersozialkasse, eingetragene Handwerker sowie Selbstständige mit nur einem Auftraggeber. Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten und andere Kammerberufe sind meist über ein berufsständisches Versorgungswerk abgesichert. Alle anderen können frei entscheiden. Eine allgemeine Altersvorsorgepflicht für neue Selbstständige wird politisch diskutiert, ist aber Stand Oktober 2026 nicht in Kraft.
Dazu kommen drei Besonderheiten, die ein Standard-Rentenrechner nicht abbildet. Erstens schwanken die Einnahmen. Eine feste hohe Sparrate kann in einem schwachen Jahr zum Problem werden, eine zu niedrige verschenkt die guten Jahre. Zweitens steckt bei vielen Selbstständigen ein großer Teil des Vermögens im eigenen Unternehmen, in der Praxis oder Kanzlei. Ob daraus im Alter Geld wird, ist offen. Drittens bist Du im Ruhestand oft freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichert, und das ist deutlich teurer als die Pflichtversicherung der Rentner.
Der Rechner auf dieser Seite trägt dem Rechnung. Er erfasst nur sichere Alterseinkünfte als Basis, nimmt Zusatzeinzahlungen aus guten Jahren getrennt auf, rechnet den Firmenwert nur in einem separaten Szenario und setzt als Krankenversicherung im Alter standardmäßig die freiwillige gesetzliche Versicherung an. Die allgemeine Methode von Wunsch-Netto, Inflation und Kapitalbedarf erklären wir ausführlich auf der Seite Rentenlücke berechnen. Hier geht es um das, was bei Selbstständigen anders ist.
Welche Ansprüche Du als Selbstständiger erfassen solltest
Versorgungswerk: Dein Versorgungswerk schickt Dir regelmäßig eine Mitteilung mit Deinen Anwartschaften und oft einer Hochrechnung bis zum Rentenbeginn. Trage die Rente ohne künftige Dynamisierung ein, denn dann entspricht sie ungefähr heutiger Kaufkraft. Wenn die Hochrechnung voraussetzt, dass Du bis zum Rentenbeginn weiter Beiträge in heutiger Höhe zahlst, prüfe, ob das realistisch ist. Steuerlich wird die Versorgungswerksrente wie die gesetzliche Rente mit dem Besteuerungsanteil erfasst, in der Krankenversicherung gilt sie als Versorgungsbezug mit vollem Beitragssatz.
Gesetzliche Rente: Ansprüche aus früherer Anstellung stehen in Deiner Renteninformation. Zusätzlich kannst Du freiwillige Beiträge zahlen, 2026 laut Deutscher Rentenversicherung zwischen 112,16 € und 1.571,70 € im Monat. Beiträge für ein Kalenderjahr sind bis zum 31. März des Folgejahres möglich, Du kannst die Höhe also nachträglich an Dein Geschäftsjahr anpassen. Alternativ kannst Du innerhalb von fünf Jahren nach dem Start Deiner Selbstständigkeit die Pflichtversicherung auf Antrag wählen. Der Regelbeitrag liegt 2026 bei 735,63 € im Monat (18,6 % der Bezugsgröße von 3.955 €), auf Antrag auch einkommensgerecht. Pflichtbeiträge sichern zusätzlich Erwerbsminderungsrente und Reha.
Rürup-Rente: Beiträge zur Basisrente sind 2026 bis 30.826 € im Jahr als Sonderausgaben abziehbar, bei Zusammenveranlagung bis 61.652 €. Beiträge zum Versorgungswerk und zur gesetzlichen Rente zählen in diesen Höchstbetrag hinein. Wie viel Spielraum Dir bleibt und was der Abzug bringt, zeigt der Rürup-Rechner.
Weitere Bausteine: Private Rentenversicherungen, eine Betriebsrente aus früheren Angestelltenjahren und Mieteinnahmen nach Kosten gehören ebenfalls in die Rechnung. Der Schalter für die Vertragswerte steht auf diesem Rechner auf „in heutiger Kaufkraft“. Übernimmst Du nominale Werte aus einer Standmitteilung, stelle ihn auf „nominal zum Rentenstart“ um.
So rechnet der Rentenlücken-Rechner für Selbstständige
Im ersten Block gibst Du Dein Alter, den geplanten Rentenbeginn und Dein Wunsch-Netto in heutiger Kaufkraft ein. Danach folgen die sicheren Alterseinkünfte: Versorgungswerk, gesetzliche Rente, Rürup, private Renten, Betriebsrente sowie Miete und andere sichere Einkünfte. Voreingestellt ist der Modus „Schon netto“. Kennst Du nur Bruttowerte, stellst Du auf „Brutto“ um. Dann zieht der Rechner Einkommensteuer, Kranken- und Pflegeversicherung nach den Regeln für 2026 ab.
Der zweite Block heißt „Depot und flexible Einzahlungen“. Unter Depot und freiem Vorsorgevermögen trägst Du nur Geld ein, das wirklich für die Rente bestimmt ist, ohne die Liquiditätsreserve für Dein Geschäft. Unter Zusatzeinzahlungen pro Jahr trägst Du ein, was Du in starken Jahren zusätzlich zur Basisrate anlegen willst. Der Rechner verzinst diese Beträge jeweils zum Jahresende und zeigt Dir anschließend die nötige monatliche Basisrate und zum Vergleich die Rate ohne Zusatzeinzahlungen.
Im dritten Block kannst Du einen erwarteten Erlös aus dem Verkauf Deines Unternehmens nach Steuern eintragen, in heutiger Kaufkraft. Standardmäßig zieht der Rechner davon 30 % Sicherheitsabschlag ab. Der Erlös erscheint nur als zusätzliche Zeile „Sparrate mit Verkaufsszenario“, die Basisrechnung bleibt unverändert. So siehst Du beide Welten nebeneinander.
Zum Schluss wählst Du, welche Stellschraube die drei Szenarien verändern sollen: nur die Rendite, nur die Inflation, nur die Alterseinkünfte oder nur den Planungshorizont. Der Rechner verändert bewusst immer nur eine Annahme. Dadurch erkennst Du, welche Unsicherheit Dein Ergebnis wirklich bewegt. Einen anderen Rentenbeginn testest Du direkt am Regler, weil sich dann auch Deine Ansprüche ändern.
Beispiel: 2.100 € Rentenlücke bei 25 Jahren bis zur Rente
Die Voreinstellung zeigt eine 42-jährige Freiberuflerin, die mit 67 in Rente gehen will. Sie plant im Ruhestand mit 3.200 € netto im Monat in heutiger Kaufkraft. Aus dem Versorgungswerk erwartet sie 800 € netto, aus privaten Rentenverträgen 300 € netto. Ihre sicheren Netto-Alterseinkünfte betragen also 1.100 €, die Rentenlücke 2.100 € im Monat.
Bei 2 % Inflation entsprechen diese 2.100 € zum Rentenstart 2051 nominal rund 3.445 € (2.100 € mal 1,02 hoch 25). Für 23 Jahre Ruhestand bis 90, Entnahmen mit 2 % jährlicher Erhöhung und 3 % Rendite in der Entnahmephase ergibt sich ein Kapitalbedarf von 842.357 € zum Rentenbeginn. Ohne vorhandenes Depot und ohne Zusatzeinzahlungen ergibt das bei 5 % Rendite nach Kosten eine Sparrate von 1.438 € im Monat über 25 Jahre.
Drei Szenarien zum Beispiel: Kapitalbedarf und monatliche Sparrate, jeweils nur eine Stellschraube verändert
| Stellschraube | Vorsichtig | Mittel (Deine Eingaben) | Optimistisch |
|---|---|---|---|
| Rendite 2 Punkte niedriger bzw. höher | 1.056.301 € / 2.382 € | 842.357 € / 1.438 € | 685.830 € / 876 € |
| Inflation und Entnahme-Erhöhung 1 Punkt höher bzw. niedriger | 1.194.321 € / 2.039 € | 842.357 € / 1.438 € | 594.591 € / 1.015 € |
| Alterseinkünfte 15 % niedriger bzw. höher (Lücke 2.265 €, 2.100 €, 1.935 €) | 908.542 € / 1.551 € | 842.357 € / 1.438 € | 776.172 € / 1.325 € |
| Planungshorizont 5 Jahre länger bzw. kürzer | 1.001.781 € / 1.710 € | 842.357 € / 1.438 € | 674.964 € / 1.152 € |
Die Tabelle zeigt pro Feld zuerst den Kapitalbedarf, dann die Sparrate. Am stärksten wirkt die Rendite: Zwischen dem vorsichtigen und dem optimistischen Fall liegen mehr als 1.500 € Sparrate im Monat. Um 15 % falsch geschätzte Alterseinkünfte verschieben die Rate dagegen nur um gut 110 €. Für Selbstständige heißt das: Die Frage, wie und mit welchen Kosten Du das Geld anlegst, ist mindestens so wichtig wie die genaue Höhe der übrigen Ansprüche. Bis 95 statt bis 90 zu planen, kostet im Beispiel 272 € im Monat zusätzlich.
Schwankende Einnahmen: Basisrate plus Zusatzeinzahlungen
1.438 € jeden Monat sind für viele Selbstständige in einem schwachen Jahr nicht drin, in einem starken Jahr aber leicht. Eine starre Sparrate passt deshalb selten. Robuster ist eine Zweiteilung: eine Basisrate, die Du auch in schlechten Jahren sicher zahlen kannst, und eine Zusatzeinzahlung, die Du nach dem Jahresabschluss festlegst. Der Rechner bildet genau das ab.
Im Beispiel plant die Freiberuflerin zusätzlich 6.000 € pro Jahr ein. Dann sinkt ihre monatliche Basisrate von 1.438 € auf 949 €. Hat sie außerdem schon 40.000 € in einem Depot für die Rente, sind es nur noch 718 €. Dass 6.000 € im Jahr die Monatsrate um 489 € senken und nicht um volle 500 €, liegt am Zeitpunkt: Die Jahreszahlung fließt erst zum Jahresende und arbeitet dadurch etwas kürzer als zwölf Monatsraten.
Wichtig ist die Reihenfolge. Zuerst brauchst Du eine Liquiditätsreserve für Geschäft und Privathaushalt, damit Du in einer Flaute kein Depot zum falschen Zeitpunkt auflösen musst. Viele Selbstständige planen dafür mehrere Monate ihrer privaten und betrieblichen Fixkosten ein. Erst was darüber hinausgeht, gehört in die langfristige Vorsorge. Deshalb fragt der Rechner das Depot ausdrücklich ohne diese Reserve ab.
Für die Zusatzeinzahlungen eignen sich Bausteine, die flexible Beiträge erlauben: freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rente bis zum 31. März des Folgejahres, Zuzahlungen in eine Rürup-Rente, Mehrzahlungen ins Versorgungswerk, soweit die Satzung sie zulässt, oder ein Sparplan, den Du jederzeit erhöhen oder pausieren kannst. Ein Rürup-Beitrag ist in einem starken Jahr meist mehr wert, weil Dein Grenzsteuersatz dann höher ist.
Krankenversicherung und Steuern im Alter: der unterschätzte Posten
Für Selbstständige ist die Krankenversicherung oft der größte Unterschied zwischen Brutto und Netto. In die günstige Krankenversicherung der Rentner (KVdR) kommst Du nur mit einer gesetzlichen Rente und wenn Du in der zweiten Hälfte Deines Erwerbslebens zu mindestens 90 % gesetzlich versichert warst. Wer das nicht schafft, bleibt freiwillig gesetzlich oder privat versichert.
Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen auf alle Einkünfte: Versorgungswerksrenten mit dem vollen Beitragssatz von 14,6 % plus Zusatzbeitrag, private Renten, Rürup-Renten und Mieten mit dem ermäßigten Satz von 14,0 % plus Zusatzbeitrag, dazu 3,6 % Pflege. Gerechnet wird mindestens mit 1.318,33 € im Monat, höchstens mit 5.812,50 €. Rechnet die Freiberuflerin aus dem Beispiel mit 800 € Versorgungswerk und 300 € Privatrente brutto statt netto, fallen 275 € Kranken- und Pflegeversicherung an, weil die Mindestbemessung greift. Steuern fallen bei diesem niedrigen Einkommen keine an. Ihr Netto sinkt auf 825 €, die Lücke steigt auf 2.375 € und die Sparrate auf 1.626 €.
Privat Versicherte zahlen ihren Tarifbeitrag. Einen Zuschuss der Rentenversicherung gibt es nur auf eine gesetzliche Rente, eine Versorgungswerksrente bringt keinen. Bei einem PKV-Beitrag von 900 € im Monat blieben der Freiberuflerin von 1.100 € brutto nur 200 € übrig, ihre Lücke läge bei 3.000 € und die Sparrate bei 2.054 €. Wie Du die Beiträge im Alter planst, erklärt der Ratgeber zur PKV für Selbstständige und Geschäftsführer.
Steuerlich gilt für Versorgungswerk und Rürup der Besteuerungsanteil Deines Rentenjahres, bei Rentenbeginn 2051 sind das 96,5 %. Private Renten zählen nur mit dem Ertragsanteil, mit 67 sind es 17 %.
Unternehmensverkauf als separates Szenario
Viele Selbstständige sehen ihr Unternehmen, ihre Praxis oder Kanzlei als wichtigsten Teil ihrer Altersvorsorge. Das kann aufgehen, ist aber mit vielen Unbekannten verbunden: Findet sich ein Nachfolger? Wie stark hängt der Wert an Dir persönlich? Wie sieht der Markt in Deiner Branche in 20 Jahren aus? Und welcher Betrag bleibt nach Steuern? Wer seine Rente vollständig auf den Verkauf baut, hat im schlechten Fall keine Alternative mehr.
Der Rechner behandelt den Erlös deshalb als Zusatzchance. Du trägst den erwarteten Erlös nach Steuern in heutiger Kaufkraft ein, der Rechner zieht einen Sicherheitsabschlag ab, standardmäßig 30 %, und rechnet den Rest mit der Inflation auf den Rentenbeginn hoch. Im Beispiel werden aus 300.000 € nach Abschlag 210.000 € in heutiger Kaufkraft und zum Rentenstart nominal 344.527 €. Damit sinkt die nötige Sparrate im Verkaufsszenario von 1.438 € auf 850 € im Monat. Mit 6.000 € Zusatzeinzahlung pro Jahr und 40.000 € Depot wären es nur noch 130 €.
Für die Steuer auf den Erlös gibt es bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften Erleichterungen, wenn Du mindestens 55 Jahre alt oder dauernd berufsunfähig bist: einmal im Leben einen Freibetrag von 45.000 € nach § 16 Abs. 4 EStG, der ab einem Gewinn von 136.000 € abschmilzt, und einmal den ermäßigten Steuersatz von 56 % des durchschnittlichen Steuersatzes nach § 34 Abs. 3 EStG. Ob und wie das bei Dir greift, klärst Du mit Deinem Steuerberater, bevor Du den Nettowert einträgst.
Ein guter Plan funktioniert auch ohne Verkauf. Die Basisrechnung zeigt, was Du dafür brauchst, das Verkaufsszenario, wie viel Spielraum ein Erlös schafft.
Welche Bausteine Deine Lücke als Selbstständiger schließen
Die richtige Mischung hängt von Beruf, Einkommen, Steuersatz und Sicherheitsbedürfnis ab. Ein Überblick über alle Optionen steht im Ratgeber Altersvorsorge für Selbstständige 2026. Für die Rechnung auf dieser Seite sind vor allem vier Bausteine wichtig.
Freiwillige gesetzliche Rente oder Versorgungswerk liefern eine lebenslange Basis, die nicht vom Kapitalmarkt abhängt. Die Rendite ist moderat, dafür trägt das System Dein Langlebigkeitsrisiko. Bei der gesetzlichen Rente kommen bei Pflichtbeiträgen Erwerbsminderungsschutz und Reha hinzu.
Rürup-Rente lohnt sich vor allem bei hohem Steuersatz und freiem Höchstbetrag. Sie zahlt lebenslang, ist aber nicht kündbar, nicht beleihbar und nicht vererbbar außer an Ehepartner und Kinder über eine Hinterbliebenenabsicherung. Vor- und Nachteile wägt der Ratgeber zur Rürup-Rente ab.
Ein breit gestreutes Depot ist der flexibelste Baustein und passt gut zu Zusatzeinzahlungen. Wie viel aus einer Rate über die Jahre werden kann, zeigt der Sparrechner. Der Preis der Flexibilität ist das Kursrisiko, besonders kurz vor und im Ruhestand.
Immobilien können im Alter Mieteinnahmen oder mietfreies Wohnen bringen. Im Rechner zählen Mieten nur nach allen Kosten, also nach Instandhaltung, Verwaltung und Leerstand, und voll steuerpflichtig. Eine abbezahlte selbstgenutzte Wohnung berücksichtigst Du am einfachsten über ein niedrigeres Wunsch-Netto. Chancen und Grenzen beschreibt der Ratgeber Immobilien als Altersvorsorge.
Absicherung zuerst: Ohne Arbeitgeber fehlt bei Krankheit oft jedes Einkommen. Eine Berufsunfähigkeitsabsicherung schützt die Sparrate, auf der Deine ganze Rechnung beruht. Bist Du zusätzlich Geschäftsführer einer eigenen GmbH, passt der Rentenlücken-Rechner für Geschäftsführer mit Pensionszusage und Sozialversicherungsstatus besser zu Dir.
Häufige Fragen zur Rentenlücke für Selbstständige
Wie berechne ich meine Rentenlücke als Selbstständiger? Lege zuerst Dein Wunsch-Netto im Ruhestand in heutiger Kaufkraft fest. Ziehe davon nur sichere Netto-Alterseinkünfte ab: Versorgungswerk, gesetzliche Rente aus Pflicht- oder freiwilligen Beiträgen, Rürup, private Renten und Mieten nach Kosten. Plane Kranken- und Pflegeversicherung als freiwillig oder privat Versicherter mit ein. Einen möglichen Firmenverkauf rechnest Du getrennt mit Sicherheitsabschlag. Der Rechner auf dieser Seite folgt genau diesen Schritten.
Wie viel Rente bekomme ich als Selbstständiger? Das hängt allein davon ab, was Du aufgebaut hast. Ohne Pflichtversicherung und ohne freiwillige Beiträge entstehen keine neuen gesetzlichen Ansprüche, nur Rentenpunkte aus früherer Anstellung bleiben. Kammerberufe erhalten eine Rente aus dem Versorgungswerk, deren Höhe in der jährlichen Mitteilung steht. Alles Weitere kommt aus Rürup, privaten Renten, Depot und Immobilien. Sammle diese Werte und trage sie in den Rechner ein, dann siehst Du Deine Netto-Rente und die verbleibende Lücke.
Müssen Selbstständige in die Rentenversicherung einzahlen? Nur bestimmte Gruppen. Pflichtversichert sind zum Beispiel selbstständige Lehrer, Erzieher, Pflegekräfte, Hebammen, Künstler und Publizisten über die Künstlersozialkasse, eingetragene Handwerker und Selbstständige mit nur einem Auftraggeber. Kammerberufe sind meist im Versorgungswerk. Alle anderen können sich freiwillig oder auf Antrag pflichtversichern. Eine allgemeine Altersvorsorgepflicht für neue Selbstständige wird diskutiert, ist aber Stand Oktober 2026 noch nicht in Kraft.
Lohnen sich freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rente für Selbstständige? Sie können sinnvoll sein, wenn Du eine lebenslange, kapitalmarktunabhängige Basis willst. 2026 sind Beiträge zwischen 112,16 € und 1.571,70 € im Monat möglich, für ein Jahr bis zum 31. März des Folgejahres. Die Rendite ist moderat, dafür trägt die Rentenversicherung das Langlebigkeitsrisiko. Erwerbsminderungsschutz gibt es in der Regel nur mit Pflichtbeiträgen. Ob sich die Beiträge rechnen, hängt von Alter, Steuersatz und bisherigen Ansprüchen ab.
Ist die Rürup-Rente für Selbstständige sinnvoll? Oft ja, vor allem bei hohem Grenzsteuersatz. Beiträge sind 2026 bis 30.826 € im Jahr als Sonderausgaben abziehbar, abzüglich Deiner Beiträge zu Versorgungswerk oder gesetzlicher Rente. Die Rente ist später mit dem Besteuerungsanteil steuerpflichtig. Nachteile sind die fehlende Kündbarkeit und die eingeschränkte Vererbbarkeit. Entscheidend sind die Kosten des Vertrags und ob Du flexible Zuzahlungen in starken Jahren leisten kannst.
Zählt der Verkauf meiner Firma zur Altersvorsorge? Er kann einen wichtigen Beitrag leisten, sollte aber nicht die einzige Säule sein. Käufer, Bewertung, Zeitpunkt und Steuern sind unsicher, und oft hängt der Wert stark an Dir persönlich. Rechne den Erlös deshalb nach Steuern und mit Sicherheitsabschlag als separates Szenario. Im Beispiel senkt ein Erlös von 300.000 € nach 30 % Abschlag die Sparrate von 1.438 € auf 850 € im Monat, die Basisrechnung bleibt unverändert.
Welche Krankenversicherungsbeiträge zahlen Selbstständige im Ruhestand? Das hängt vom Status ab. Wer die Vorversicherungszeit für die Krankenversicherung der Rentner erfüllt, zahlt nur auf Renten und Versorgungsbezüge. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen auf alle Einkünfte, mindestens auf 1.318,33 € im Monat. Privat Versicherte zahlen ihren Tarifbeitrag und bekommen einen Zuschuss nur auf eine gesetzliche Rente. Im Beispiel kostet die freiwillige Versicherung 275 € im Monat, eine PKV mit 900 € deutlich mehr.
Der Rechner zeigt Dir, wie groß Deine Lücke ist und wie viel Spielraum Zusatzeinzahlungen und ein möglicher Verkauf schaffen. Wie daraus eine Vorsorge wird, die zu Deinem Unternehmen passt, besprechen wir gern mit Dir. Mehr zu unserem Ansatz findest Du unter Altersvorsorge für Selbstständige, für ein unverbindliches Gespräch nutze die Kontaktseite.
Fragen, die ein KÄPSELE stellt.
Wer clever ist, gibt seine Finanzen nicht leichtfertig ab. Deswegen beantworten wir Dir hier alle Fragen, die Du schon vor dem ersten Gespräch geklärt haben möchtest. Alles Weitere besprechen wir gerne persönlich mit Dir.
Kann ich freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rente berücksichtigen?
Ja. Nutze für die Berechnung die daraus erwartete Rentenleistung und nicht nur den heutigen Beitrag. Vor einer größeren Einzahlung solltest Du die konkrete Wirkung auf Deine Ansprüche bei der Deutschen Rentenversicherung prüfen.
Wie plane ich Altersvorsorge bei stark schwankendem Einkommen?
Lege eine Basisrate fest, die auch in schwächeren Monaten tragbar ist, und definiere zusätzliche Einzahlungen für umsatzstarke Phasen. So bleibt die Vorsorge konsequent, ohne Deine betriebliche Liquidität zu gefährden.
Zählt mein Unternehmenswert zur Altersvorsorge?
Ja, aber am besten als separates Szenario mit Sicherheitsabschlag. Verkaufspreis, Nachfrage, Steuern und Zeitpunkt sind nicht garantiert. Deine private Basisversorgung sollte deshalb auch funktionieren, wenn der spätere Verkauf schwächer ausfällt als erhofft.
Wie viel sollten Selbstständige für die Rente zurücklegen?
Eine pauschale Prozentzahl ist zu grob. Entscheidend sind Deine konkrete Rentenlücke, der Zeitraum bis zur Rente, vorhandenes Vermögen und die Rendite nach Kosten und Steuern. Der Rechner übersetzt diese Faktoren in eine individuelle Monatsrate.