bAV-/Entgeltumwandlungs-Rechner für Geschäftsführer (GGF)
Bei Geschäftsführern entscheiden Status, Durchführungsweg und saubere Gestaltung über die bAV. Der Rechner zeigt Dir Steuerwirkung, Aufwand der GmbH und Netto-Betriebsrente und prüft Erdienbarkeit, Pensionsalter, Angemessenheit und Finanzierung.
Beispielrechnung: bAV für einen beherrschenden GGF mit den Standardwerten
So sieht ein Ergebnis des bAV-Rechners für Geschäftsführer aus, wenn Du die voreingestellten Werte übernimmst. Mit Deinen eigenen Zahlen rechnest Du oben im Rechner.
| Eingabe im Rechner | Standardwert |
|---|---|
| Dein Status | GGF, beherrschend (in der Regel sozialversicherungsfrei) |
| Geschäftsführergehalt brutto pro Monat | 8.000 € |
| Steuerklasse | I |
| Bundesland | Baden-Württemberg |
| Kirchensteuer | Ja |
| Kinder unter 25 Jahren | Keine |
| Krankenversicherung | Privat |
| PKV-Beitrag inkl. Pflege pro Monat | 700 € |
| Durchführungsweg | Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds |
| Beitrag der GmbH pro Monat | 1.000 € |
| Entgeltumwandlung pro Monat | 0 € |
| Steuersatz der GmbH | 30,0 % |
| Dein Alter bei Zusage | 45 Jahre |
| Geplanter Rentenbeginn mit | 67 Jahre |
| Jahre im Unternehmen bis heute | 5 Jahre |
| Rendite pro Jahr vor Kosten | 4,0 % |
| Kosten pro Jahr | 1,0 % |
| Rentenfaktor | 30 € je 10.000 € Kapital |
| Krankenversicherung im Alter | Privat |
| Persönlicher Steuersatz im Alter | 30 % |
| Ergebnis im Rechner | Beispielwert |
|---|---|
| Netto-Betriebsrente pro Monat (Prognose, ab 67, nominal) | 780,05 € |
| Beitrag in die Versorgung pro Monat | 1.000,00 € (davon GmbH 1.000,00 €, Entgeltumwandlung 0,00 €) |
| Heute steuerfrei / sozialabgabenfrei | 676 € / entfällt |
| Mehraufwand der GmbH nach Steuern | 700,00 € |
| Dein Nettoaufwand heute (Lohnsteuer, Soli, KiSt) | 163,17 € |
| Zum Vergleich: GmbH-Beitrag als Gehalt, netto | 496,42 € |
| Kapital zum Rentenbeginn (Prognose) | 371.453 € |
| Betriebsrente brutto pro Monat | 1.114,36 € |
| Kranken- und Pflegeversicherung im Alter | 0,00 € (privat versichert) |
| Einkommensteuer (30 %) | − 334,31 € |
| Prüfpunkt vor der Zusage | Ergebnis im Beispiel |
|---|---|
| Erdienbarkeit (10 Jahre bis Rentenbeginn) | OK, 22 Jahre |
| Probezeit (2 bis 3 Jahre, junge GmbH rund 5) | OK |
| Pensionsalter | OK, Rentenbeginn 67 |
| Angemessenheit (Versorgung höchstens 75 % der Aktivbezüge) | Prüfen |
| Unverfallbarkeit und Insolvenzschutz (BetrAVG gilt nicht automatisch) | Prüfen |
| Finanzierung (über 676 € pro Monat sofort steuerpflichtig) | Prüfen |
Beispiel mit den Standardwerten des Rechners, Stand 04.10.2026. Der interaktive Rechner oben verwendet dieselben Annahmen und Bezeichnungen. Modellrechnung, keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.
Mit dem bAV-Rechner für Geschäftsführer berechnest Du die betriebliche Altersvorsorge als Fremd-Geschäftsführer oder Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) einer GmbH: was ein Beitrag der GmbH oder eine Entgeltumwandlung Dich und die Gesellschaft heute netto kostet, welche Betriebsrente daraus entstehen kann und was davon nach Steuer und Krankenversicherung bleibt. Zusätzlich prüft der Rechner die Punkte, an denen GGF-Versorgungen in Betriebsprüfungen am häufigsten scheitern: Erdienbarkeit, Probezeit, Pensionsalter, Angemessenheit, Unverfallbarkeit und Finanzierung.
Bei Geschäftsführern entscheidet nicht nur der Beitrag. Ob Du sozialversicherungspflichtig bist, ob das Betriebsrentengesetz für Dich gilt und welcher Durchführungsweg gewählt wird, verändert Steuer, Zuschuss und Haftung grundlegend. Stand: Oktober 2026, mit den Rechengrößen 2026 und dem neuen BFH-Urteil zur Entgeltumwandlung bei GGF.
Das Wichtigste in Kürze: Für die bAV als Geschäftsführer zählen vor allem diese Punkte:
- Der Status (Fremd-GF, nicht beherrschender oder beherrschender GGF) entscheidet über Sozialversicherung, Zuschuss und Insolvenzschutz.
- Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds sind 2026 bis 676 € im Monat steuerfrei, Unterstützungskasse und Direktzusage ohne feste Obergrenze.
- Den gesetzlichen 15-%-Zuschuss gibt es nur bei Sozialversicherungspflicht und nur in Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds.
- Arbeitgeberfinanzierte Zusagen an GGF müssen erdienbar, angemessen und finanzierbar sein, sonst droht eine verdeckte Gewinnausschüttung.
- Seit dem BFH-Urteil vom 19. November 2025 (I R 50/22) gilt für reine Entgeltumwandlung keine Erdienbarkeitsprüfung mehr, dafür muss die Zusage insolvenzgesichert sein.
So rechnet der bAV-Rechner für Geschäftsführer
Im ersten Block wählst Du Deinen Status: Fremd-Geschäftsführer, nicht beherrschender GGF oder beherrschender GGF. Bei den ersten beiden legst Du zusätzlich fest, ob Du sozialversicherungspflichtig bist. Ein beherrschender GGF wird immer als sozialversicherungsfrei gerechnet. Dazu kommen Geschäftsführergehalt, Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuer, Kinder und Krankenversicherung. Aus diesen Daten berechnet der Rechner Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer nach dem amtlichen Programmablaufplan 2026 des Bundesfinanzministeriums, jeweils mit und ohne Versorgung.
Im zweiten Block beschreibst Du die Versorgung: Durchführungsweg (Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds, Unterstützungskasse oder Direktzusage), den monatlichen Beitrag der GmbH, eine eventuelle Entgeltumwandlung und den Steuersatz der GmbH aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Steht Dir der gesetzliche Zuschuss zu, ergänzt ihn der Rechner automatisch. Im dritten Block folgen Dein Alter bei Zusage, der geplante Rentenbeginn, die Jahre im Unternehmen, Rendite, Kosten, Rentenfaktor, Krankenversicherung im Alter und Dein erwarteter Steuersatz im Ruhestand.
Als Hauptergebnis zeigt der Rechner die Netto-Betriebsrente pro Monat. Darunter stehen der Beitrag in die Versorgung, der steuer- und sozialabgabenfreie Teil, der Mehraufwand der GmbH nach Steuern, Dein Nettoaufwand heute und zum Vergleich, was derselbe GmbH-Beitrag als Gehalt netto bringen würde. Die Prüfpunkte erscheinen als Ampel mit den Stufen OK, Prüfen und Kritisch.
Bist Du angestellt und wandelst nur einen Teil Deines Gehalts um, reicht in vielen Fällen der allgemeine bAV-Rechner für die Entgeltumwandlung. Er zeigt den Nettoaufwand ausführlich, auch mit den Effekten auf die gesetzliche Rente. Dieser Rechner hier ist für Fälle gebaut, in denen Status, GmbH-Beitrag und steuerliche Anerkennung im Vordergrund stehen.
Fremd-GF, nicht beherrschender oder beherrschender GGF: der Status entscheidet
Ein Geschäftsführer kann in drei Rechtsgebieten unterschiedlich eingeordnet werden, und jede Einordnung hat eigene Folgen. Im Sozialversicherungsrecht gilt ein GGF als selbstständig, wenn er mindestens 50 % des Stammkapitals hält oder über eine umfassende Sperrminorität verfügt, mit der er jeden ihm nicht genehmen Beschluss verhindern kann. Fremd-Geschäftsführer und Minderheitsgesellschafter ohne Sperrminorität sind in der Regel versicherungspflichtig beschäftigt. Für geschäftsführende Gesellschafter einer GmbH ist ein Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV vorgesehen, das verbindliche Klarheit schafft.
Im Steuerrecht ist ein GGF beherrschend, wenn er die Gesellschafterversammlung bestimmen kann, in der Regel mit mehr als 50 % der Stimmrechte. Auch mit weniger kann er als beherrschend gelten, wenn mehrere Gesellschafter-Geschäftsführer mit gleichgerichteten Interessen zusammen die Mehrheit haben. Für beherrschende GGF gelten strengere Regeln: Vereinbarungen müssen im Voraus klar, eindeutig und ernstlich getroffen werden, sonst sind Zahlungen der GmbH verdeckte Gewinnausschüttungen.
Im Betriebsrentenrecht schließlich gilt das Betriebsrentengesetz nur für Personen, die nicht Unternehmer sind. Mehrheitsgesellschafter fallen nicht darunter. Für sie gibt es weder einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung noch den 15-%-Zuschuss, keine gesetzliche Unverfallbarkeit und keinen Insolvenzschutz durch den Pensions-Sicherungs-Verein. Fremd-Geschäftsführer und nicht beherrschende GGF sind dagegen in der Regel geschützt.
Der Rechner bildet diese Unterschiede ab: Beim beherrschenden GGF rechnet er ohne Renten- und Arbeitslosenversicherung, kürzt die Vorsorgepauschale der Lohnsteuer entsprechend und setzt keinen gesetzlichen Zuschuss an. Beim versicherungspflichtigen Fremd-GF oder Minderheits-GGF rechnet er Sozialabgaben und Zuschuss wie bei Arbeitnehmern. Eine Statusprüfung ersetzt er nicht.
Durchführungswege für Geschäftsführer: Direktversicherung, Unterstützungskasse, Direktzusage
Für Geschäftsführer kommen alle fünf Durchführungswege der bAV infrage, in der Praxis stehen drei Gruppen im Vordergrund. Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds sind versicherungsförmig. Die GmbH zahlt Beiträge, der Versorger trägt die Verpflichtung. Nach § 3 Nr. 63 EStG sind 2026 bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuerfrei, also 676 € im Monat für alle Beiträge zusammen. Das gilt auch für beherrschende GGF, weil sie lohnsteuerlich Arbeitnehmer sind. Was darüber hinausgeht, versteuerst Du sofort wie Gehalt.
Bei der Unterstützungskasse und der Direktzusage fließt Dir heute steuerlich nichts zu. Deshalb gibt es keine feste Obergrenze, und es lassen sich auch höhere Versorgungen aufbauen. Bei der Direktzusage verspricht die GmbH die Rente selbst und bildet dafür eine Pensionsrückstellung nach § 6a EStG, steuerlich mit 6 % abgezinst. Die Unterstützungskasse ist eine eigene Versorgungseinrichtung, die GmbH haftet aber subsidiär weiter. In beiden Wegen wird die spätere Leistung als Versorgungsbezug versteuert.
Durchführungswege für Geschäftsführer im Vergleich (Stand 2026)
| Durchführungsweg | Steuer beim Geschäftsführer heute | Rahmen pro Monat | Wirkung bei der GmbH | Insolvenzschutz beim beherrschenden GGF |
|---|---|---|---|---|
| Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds | Steuerfrei bis 676 € insgesamt, darüber wie Gehalt | 676 € steuerfrei, 338 € sozialabgabenfrei (nur relevant bei Versicherungspflicht) | Beitrag ist Betriebsausgabe, keine Rückstellung, Haftung gering | Über den Versicherungsvertrag, Bezugsrecht unwiderruflich gestalten |
| Unterstützungskasse | Kein Zufluss, Besteuerung erst bei Auszahlung | Steuerlich ohne feste Obergrenze, Grenze ist die Angemessenheit | Zuwendungen an eine rückgedeckte Kasse als Betriebsausgabe (§ 4d EStG), Subsidiärhaftung | Kein PSV-Schutz, Absicherung über Verpfändung der Rückdeckung |
| Direktzusage (Pensionszusage) | Kein Zufluss, Besteuerung erst bei Auszahlung | Steuerlich ohne feste Obergrenze, Grenze ist die Angemessenheit | Pensionsrückstellung nach § 6a EStG, GmbH haftet direkt, Bilanzwirkung | Kein PSV-Schutz, Verpfändung einer Rückdeckungsversicherung |
Für Fremd-Geschäftsführer und nicht beherrschende GGF, für die das Betriebsrentengesetz gilt, sichert der Pensions-Sicherungs-Verein Direktzusage, Unterstützungskasse und Pensionsfonds gegen Insolvenz ab.
Welcher Weg passt, hängt von Höhe der Versorgung, Ertragslage der GmbH und Deinen Plänen für das Unternehmen ab. Eine Direktversicherung ist einfach und hinterlässt keine Lasten in der Bilanz. Eine Direktzusage ermöglicht hohe Versorgungen, bindet die GmbH aber über Jahrzehnte und kann einen späteren Verkauf erschweren. Mehr zu den Gestaltungen liest Du im Ratgeber Betriebliche Altersvorsorge für Geschäftsführer 2026.
Rechenbeispiel: 1.000 € GmbH-Beitrag für einen beherrschenden GGF
Das Hauptbeispiel entspricht den Voreinstellungen des Rechners: beherrschender GGF, 8.000 € Gehalt im Monat, Steuerklasse I, Baden-Württemberg, mit Kirchensteuer, kinderlos und privat krankenversichert mit 700 € Beitrag. Die GmbH zahlt zusätzlich zum Gehalt 1.000 € im Monat in eine Direktversicherung, der Unternehmenssteuersatz liegt bei 30 %. Der GGF ist 45 Jahre alt, seit 5 Jahren im Unternehmen und plant den Rentenbeginn mit 67.
Von den 1.000 € sind 676 € steuerfrei. Die übrigen 324 € werden Dir als Arbeitslohn zugerechnet, dafür fallen 163,17 € Lohnsteuer und Kirchensteuer an. Das ist Dein Nettoaufwand heute. Sozialabgaben entfallen, weil Du als beherrschender GGF nicht versicherungspflichtig bist. Die GmbH setzt die 1.000 € als Betriebsausgabe ab, ihr Mehraufwand nach Steuern beträgt 700 €. Zum Vergleich: Zahlt die GmbH die 1.000 € stattdessen als zusätzliches Gehalt, kommen bei Dir nur 496,42 € netto an.
Wählst Du für dieselben 1.000 € eine Unterstützungskasse oder eine Direktzusage, fällt heute keine Steuer bei Dir an, Dein Nettoaufwand sinkt auf 0 €. Für die GmbH bleibt es beim Mehraufwand von 700 € nach Steuern, bei der Direktzusage vereinfacht unter der Annahme, dass die Rückdeckung dem Beitrag entspricht. Begrenzt die GmbH den Beitrag in der Direktversicherung auf 676 €, ist er ebenfalls vollständig steuerfrei, die GmbH trägt dann nach Steuern 473,20 € im Monat.
Die Prognose rechnet 22 Jahre mit 4 % Rendite minus 1 % Kosten. Daraus entstehen 371.453 € Kapital und mit einem Rentenfaktor von 30 € je 10.000 € eine Betriebsrente von 1.114,36 € brutto. Weil Du im Alter privat versichert bleibst, fallen keine Kranken- und Pflegebeiträge darauf an. Nach 30 % Einkommensteuer bleiben 780,05 € netto im Monat. Wärst Du im Alter pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung, wären es 635,00 €, als freiwillig gesetzlich Versicherter 615,46 €.
Die Prüfpunkte im Beispiel: Erdienbarkeit, Probezeit und Pensionsalter sind erfüllt. Angemessenheit und Unverfallbarkeit stehen auf Prüfen, weil sie sich nur mit dem Anstellungsvertrag beurteilen lassen. Die Finanzierung steht auf Prüfen, weil der Beitrag über 676 € liegt und für dieses Volumen ein zweiter Weg die steuerlich bessere Lösung sein kann.
Entgeltumwandlung als GGF und das BFH-Urteil vom 19. November 2025
Auch Geschäftsführer können eigenes Gehalt in eine Versorgung umwandeln. Für versicherungspflichtige Fremd-GF und Minderheits-GGF funktioniert das wie bei Arbeitnehmern, einschließlich des gesetzlichen Zuschusses. Beispiel aus dem Rechner: Ein nicht beherrschender GGF mit 6.000 € Gehalt, gesetzlich versichert, wandelt 300 € in eine Direktversicherung um. Weil sein Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung liegt, spart die GmbH nur einen Teil der Abgaben, der Pflichtzuschuss beträgt deshalb 43,67 € statt 45 €. Sein Nettoaufwand liegt bei 153,58 €, die GmbH trägt nach Steuern praktisch nichts zusätzlich.
Für beherrschende GGF war die Entgeltumwandlung in eine Direktzusage lange mit Unsicherheit belastet, vor allem bei Zusagen nach dem 60. Geburtstag. Mit Urteil vom 19. November 2025 (I R 50/22) hat der Bundesfinanzhof klargestellt: Eine ausschließlich durch Entgeltumwandlung finanzierte Pensionszusage ist steuerlich grundsätzlich anzuerkennen, ohne dass es auf Probezeit, Gründungszeitpunkt der Gesellschaft oder altersabhängige Erdienbarkeit ankommt. Das bestätigt die Linie aus dem Urteil I R 89/15 von 2018. Die Entscheidung hat der BFH in seiner Pressemitteilung vom 19. Februar 2026 veröffentlicht.
Der BFH knüpft das an Bedingungen. Die GmbH darf kein signifikantes Risiko tragen, etwa durch eine Garantieverzinsung über dem risikoarmen Marktzins. Die Ansprüche müssen insolvenzgesichert sein, sonst gilt die Zusage regelmäßig als nicht ernstlich vereinbart. Und liegt die Umwandlung zeitlich nah an der ersten Gehaltsvereinbarung, wird geprüft, ob die Versorgung bei angemessener Gesamtausstattung tatsächlich allein aus Deinem Gehalt stammt.
Der Rechner setzt das so um: Bei reiner Entgeltumwandlung ohne GmbH-Beitrag entfällt die Erdienbarkeitsprüfung. Das Beispiel eines 62-jährigen beherrschenden GGF, der 500 € in eine Direktzusage umwandelt, zeigt aber auch die wirtschaftliche Grenze: Sein Nettoaufwand liegt bei 248,21 €, nach fünf Jahren ergibt die Prognose nur 96,87 € Betriebsrente brutto.
Erdienbarkeit, Probezeit und Pensionsalter
Für arbeitgeberfinanzierte Zusagen an Gesellschafter-Geschäftsführer verlangt die Finanzverwaltung, dass die Versorgung noch erdient werden kann. Beim beherrschenden GGF müssen zwischen Zusage und vorgesehenem Rentenbeginn mindestens 10 Jahre liegen. Beim nicht beherrschenden GGF reichen alternativ 3 Jahre Zusagedauer, wenn er bei Rentenbeginn mindestens 12 Jahre im Unternehmen ist. Eine Zusage nach Vollendung des 60. Lebensjahres wird nach ständiger Rechtsprechung in der Regel nicht mehr anerkannt. Ist der beherrschende GGF im Beispiel bei Zusage 58 statt 45, bleiben bis 67 nur 9 Jahre, und der Rechner markiert die Erdienbarkeit als kritisch. Ein nicht beherrschender GGF mit 13 Jahren Betriebszugehörigkeit bestünde dieselbe Prüfung dagegen.
Vor einer Zusage erwartet die Finanzverwaltung außerdem eine Probezeit. Üblich sind 2 bis 3 Jahre Tätigkeit als Geschäftsführer, bei einer neu gegründeten GmbH rund 5 Jahre, weil sich erst dann deren wirtschaftliche Leistungsfähigkeit beurteilen lässt. Der Rechner prüft dafür die Jahre im Unternehmen und markiert weniger als 3 Jahre mit Prüfen.
Beim Pensionsalter des beherrschenden GGF gilt nach dem BMF-Schreiben vom 9. Dezember 2016: Liegt es bei Neuzusagen unter 62 Jahren, geht die Finanzverwaltung von einer verdeckten Gewinnausschüttung aus. Liegt es zwischen 62 Jahren und der Regelaltersgrenze, sollte die Gestaltung geprüft werden, weil Teile der Zuführungen zur Rückstellung als verdeckte Gewinnausschüttung gewertet werden können. Der Rechner markiert einen Rentenbeginn unter 62 als kritisch und von 62 bis 66 als Prüfen. Mit Rentenbeginn 65 statt 67 sinkt die Netto-Betriebsrente im Beispiel außerdem von 780,05 € auf 686,39 €, weil zwei Beitragsjahre fehlen.
Angemessenheit und Überversorgung
Eine Versorgungszusage ist Teil der Gesamtvergütung. Gehalt, Tantieme, Sachbezüge und Altersversorgung müssen zusammen dem entsprechen, was ein fremder Geschäftsführer in vergleichbarer Position erhalten würde. Maßstab sind Branche, Unternehmensgröße, Ertragslage und Aufgaben. Liegt die Gesamtausstattung darüber, ist der übersteigende Teil eine verdeckte Gewinnausschüttung, die das Einkommen der GmbH erhöht und beim GGF als Kapitalertrag besteuert wird. Eine reine Pensionszusage ohne angemessenes laufendes Gehalt, die sogenannte Nur-Pension, wird steuerlich nicht anerkannt.
Zusätzlich gilt die Grenze der Überversorgung. Nach der Rechtsprechung des BFH sollen alle Versorgungsleistungen zusammen, also gesetzliche Rente, Betriebsrenten und Pensionszusage, 75 % der letzten Aktivbezüge nicht übersteigen. Liegt die Versorgung höher, wird die Pensionsrückstellung steuerlich gekürzt. Der Rechner vergleicht die prognostizierte Betriebsrente mit 75 % Deines heutigen Gehalts und markiert die Angemessenheit als kritisch, wenn die Prognose darüber liegt. Weil er Deine gesetzliche Rente und andere Versorgungen nicht kennt, steht der Punkt sonst auf Prüfen.
Für die Praxis heißt das: Lege die Zusage nicht nach dem maximal Möglichen aus, sondern nach Deinem tatsächlichen Versorgungsbedarf. Wie groß Deine Lücke zwischen erwarteter Rente und gewünschtem Einkommen ist, berechnest Du mit dem Rentenlücken-Rechner für Geschäftsführer. Erst mit dieser Zahl lässt sich eine angemessene Zusage begründen.
Unverfallbarkeit, Insolvenzschutz und Finanzierung der Zusage
Was passiert mit der Versorgung, wenn Du vor Rentenbeginn ausscheidest? Für Fremd-GF und nicht beherrschende GGF regelt das Betriebsrentengesetz: Anwartschaften aus Entgeltumwandlung sind sofort unverfallbar, arbeitgeberfinanzierte Anwartschaften nach 3 Jahren Zusagedauer. Für den beherrschenden GGF gilt das Gesetz nicht. Ausscheiden, Abberufung, Verkauf der Anteile, Berufsunfähigkeit und Tod müssen deshalb im Versorgungsvertrag geregelt sein. Bei Entgeltumwandlung sollte die Anwartschaft auch vertraglich von Anfang an unverfallbar sein.
Beim Insolvenzschutz ist die Lage ähnlich. Den Pensions-Sicherungs-Verein gibt es für den beherrschenden GGF nicht. Üblich ist deshalb, eine Rückdeckungsversicherung an den Geschäftsführer zu verpfänden. Bei reiner Entgeltumwandlung ist diese Absicherung nach dem BFH-Urteil von 2025 sogar Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung.
Die Finanzierung ist die Frage, die in Gesprächen am häufigsten zu kurz kommt. Eine steuerlich anerkannte Zusage ist noch keine finanzierte Zusage. Bei der Direktzusage haftet die GmbH unmittelbar. Die Pensionsrückstellung wird in der Handelsbilanz mit einem deutlich niedrigeren Zins bewertet als steuerlich mit 6 % und belastet dort das Eigenkapital stärker. Hinzu kommt, dass die Körperschaftsteuer ab 2028 schrittweise von 15 % auf 10 % im Jahr 2032 sinkt, was den Steuervorteil späterer Rückstellungszuführungen verringert. Plane deshalb Rückdeckung, Bilanzwirkung und einen möglichen Ausstieg beim Verkauf von Anfang an mit. Wie sich eine bestehende Zusage auslagern oder abfinden lässt, erklärt der Ratgeber Pensionszusage für Gesellschafter-Geschäftsführer 2026.
Netto im Alter: Steuer, Kranken- und Pflegeversicherung
Alle Wege haben gemeinsam, dass die spätere Leistung voll besteuert wird. Renten aus Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds sind sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 5 EStG. Leistungen aus Unterstützungskasse und Direktzusage sind Versorgungsbezüge nach § 19 EStG, für die ein abschmelzender Versorgungsfreibetrag gilt. Der Rechner lässt diesen Freibetrag weg und wendet Deinen eingestellten Steuersatz auf die Rente nach Abzug von Kranken- und Pflegebeiträgen an. Das ist eine vorsichtige Vereinfachung.
Bei der Krankenversicherung kommt es auf Deinen Status im Alter an. Viele beherrschende GGF sind privat versichert. Dann fallen auf die Betriebsrente keine Beiträge an, der PKV-Beitrag läuft unabhängig davon weiter. Bist Du im Alter pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung, zahlst Du den vollen Beitragssatz von 14,6 % plus Zusatzbeitrag auf den Teil über dem Freibetrag von 197,75 € (2026) und den vollen Pflegebeitrag auf die gesamte Rente. Als freiwillig gesetzlich Versicherter gibt es keinen Freibetrag. Ob die PKV für Dich als Geschäftsführer langfristig passt, beleuchtet der Ratgeber PKV für Selbstständige und GmbH-Geschäftsführer.
Für beherrschende GGF ohne gesetzliche Rentenversicherung ist die betriebliche Versorgung oft der wichtigste Baustein, sie sollte aber nicht der einzige sein. Hängt die gesamte Vorsorge an der eigenen GmbH, trifft eine Krise des Unternehmens auch den Ruhestand. Eine private Ergänzung, etwa eine Basisrente, lässt sich mit dem Rürup-Rechner durchspielen. Für die Auszahlungsphase selbst hilft der Betriebsrenten-Auszahlungsrechner.
Häufige Fragen zur bAV für Geschäftsführer
Ist die betriebliche Altersvorsorge für Geschäftsführer steuerfrei? Ja, aber je nach Weg unterschiedlich. In Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds sind 2026 bis zu 676 € im Monat steuerfrei, und zwar auch für beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer, die lohnsteuerlich Arbeitnehmer sind. Bei Unterstützungskasse und Direktzusage fließt Dir heute nichts zu, es gibt also keine feste Obergrenze. In allen Fällen wird die spätere Leistung voll versteuert. Steuerfrei heute heißt also steuerpflichtig im Alter.
Welche Altersvorsorge ist für Gesellschafter-Geschäftsführer sinnvoll? Das hängt von Status, Gewinnlage der GmbH und Planungshorizont ab. Häufig ist eine Kombination sinnvoll: eine Direktversicherung bis 676 € im Monat als einfacher, ausfinanzierter Baustein und darüber eine rückgedeckte Unterstützungskasse oder Direktzusage. Beherrschende GGF ohne gesetzliche Rentenversicherung sollten zusätzlich private Bausteine wie eine Basisrente prüfen, damit die Vorsorge nicht allein am Schicksal der eigenen GmbH hängt.
Muss ich als Geschäftsführer in die Rentenversicherung einzahlen? Fremd-Geschäftsführer ohne Beteiligung sind in der Regel versicherungspflichtig beschäftigt. GGF mit mindestens 50 % der Anteile oder einer umfassenden Sperrminorität gelten als selbstständig und zahlen keine Pflichtbeiträge, Minderheitsgesellschafter ohne Sperrminorität sind meist versicherungspflichtig. Für geschäftsführende Gesellschafter einer GmbH ist ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung vorgesehen, das Klarheit schafft.
Hat ein beherrschender GGF Anspruch auf den 15-Prozent-Zuschuss? Nein. Der gesetzliche Zuschuss nach § 1a Abs. 1a BetrAVG knüpft an ersparte Sozialversicherungsbeiträge an und setzt voraus, dass das Betriebsrentengesetz gilt. Beim sozialversicherungsfreien, beherrschenden GGF trifft beides nicht zu. Die GmbH kann trotzdem freiwillig einen Beitrag leisten, der muss dann aber klar und im Voraus vereinbart sein und dem Fremdvergleich standhalten.
Wie viel darf die GmbH für die Altersvorsorge des Geschäftsführers zahlen? Eine feste Euro-Grenze gibt es nur für die Steuerfreiheit in Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds (676 € im Monat). Darüber hinaus begrenzt die Angemessenheit den Spielraum: Gehalt, Tantieme, Sachbezüge und Versorgung müssen zusammen einem Fremdvergleich standhalten, und alle Versorgungsleistungen zusammen sollen 75 % der letzten Aktivbezüge nicht übersteigen. Sonst drohen eine Kürzung der Rückstellung und verdeckte Gewinnausschüttungen.
Was passiert mit der Pensionszusage, wenn die GmbH verkauft wird? Eine Direktzusage bleibt bei der GmbH und belastet den Kaufpreis, weil der Käufer die Verpflichtung übernimmt. Üblich sind deshalb eine Auslagerung auf Pensionsfonds oder Unterstützungskasse, eine Abfindung oder ein teilweiser Verzicht. Jede Lösung hat eigene steuerliche Folgen und braucht Vorlauf. Eine versicherungsförmige Direktversicherung lässt sich dagegen meist einfach auf den Geschäftsführer übertragen.
Bis zu welchem Alter kann ein Gesellschafter-Geschäftsführer noch eine Zusage erhalten? Für arbeitgeberfinanzierte Zusagen gilt: Zwischen Zusage und Rentenbeginn sollen beim beherrschenden GGF mindestens 10 Jahre liegen, und die Zusage soll vor dem 60. Geburtstag erteilt werden. Für Zusagen, die ausschließlich durch Entgeltumwandlung finanziert sind, kommt es nach dem BFH-Urteil vom 19. November 2025 (I R 50/22) nicht auf das Alter an, wenn die Ansprüche insolvenzgesichert sind und die GmbH kein Zinsrisiko trägt.
Eine Versorgung für Geschäftsführer funktioniert nur, wenn Zahlen, Status und Vertrag zusammenpassen. Käpsele rechnet mit Dir die wirtschaftliche Wirkung durch, bereitet die Fragen für Steuerberatung und Rechtsberatung vor und stimmt die bAV mit Deiner übrigen Altersvorsorge als Geschäftsführer ab. Melde Dich über das Kontaktformular, wenn Du Dein Ergebnis besprechen möchtest.
Fragen, die ein KÄPSELE stellt.
Wer clever ist, gibt seine Finanzen nicht leichtfertig ab. Deswegen beantworten wir Dir hier alle Fragen, die Du schon vor dem ersten Gespräch geklärt haben möchtest. Alles Weitere besprechen wir gerne persönlich mit Dir.
Was passiert mit der GGF-Versorgung beim Verkauf der GmbH?
Das hängt vom Durchführungsweg, der Zusage und ihrer Finanzierung ab. Übertragbarkeit, Auslagerung und Folgen für die Transaktion sollten lange vor dem geplanten Exit geprüft werden.
Gilt der 15-Prozent-Arbeitgeberzuschuss auch für GGF?
Nicht pauschal. Entscheidend sind der arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Status sowie die konkrete Gestaltung. Bei einem beherrschenden GGF sollte kein automatischer gesetzlicher Anspruch unterstellt werden.
Ist eine bAV für Gesellschafter-Geschäftsführer steuerfrei?
Beiträge können je nach Durchführungsweg und Voraussetzungen steuerlich begünstigt sein. Das bedeutet weder, dass die spätere Leistung steuerfrei ist, noch dass jede Versorgungszusage automatisch steuerlich anerkannt wird.
Welche Altersvorsorge eignet sich für Geschäftsführer?
Das hängt von Status, Versorgungsbedarf, Unternehmensliquidität, gewünschter Flexibilität und Exit-Plan ab. Häufig ist eine Kombination aus betrieblicher Basis und privatem, vom Unternehmen unabhängigem Vermögen robuster als nur ein einzelner Baustein.