Zinseszinsrechner
Der Zinseszinsrechner zeigt Dir, wie Dein Kapital wächst, wenn Erträge wieder angelegt werden. Du siehst Endkapital, Wertzuwachs, den Vorsprung gegenüber einfacher Verzinsung und die Kaufkraft in heutigen Euro.
Stand: Oktober 2026. Mit dem Zinseszinsrechner berechnest Du, wie ein Startkapital wächst, wenn Zinsen und andere Erträge Jahr für Jahr wieder angelegt werden. Du gibst Startkapital, eine optionale monatliche Einzahlung, die Rendite nach Kosten, die Laufzeit und eine Inflationsannahme ein. Der Rechner zeigt Dir Endkapital, eigene Einzahlungen, Wertzuwachs, den Vergleich mit einfacher Verzinsung und den Wert des Ergebnisses in heutiger Kaufkraft.
Das Standardbeispiel im Rechner: 25.000 Euro wachsen bei 6 Prozent Rendite pro Jahr in 20 Jahren rechnerisch auf 80.178 Euro. Ohne Zinseszins wären es nur 55.000 Euro. Die Differenz von 25.178 Euro entsteht allein dadurch, dass frühere Erträge selbst wieder Erträge bringen. Bei 2 Prozent Inflation entsprechen die 80.178 Euro in heutiger Kaufkraft rund 53.958 Euro.
Hier erfährst Du, wie Du den Zinseszins berechnest, welche Rendite realistisch ist und wie Kosten, Steuern und Inflation den Effekt verkleinern. Alle Beispielzahlen stammen aus diesem Rechner.
Das Wichtigste in Kürze: Zeit ist beim Zinseszins der stärkste Hebel, die Rendite der zweitstärkste. Beide wirken über den Exponenten der Formel und nicht linear.
- Zinseszins bedeutet: Erträge bleiben angelegt und werden in den Folgejahren mitverzinst.
- Formel für eine Einmalanlage: Endkapital = Startkapital × (1 + Rendite) hoch Laufzeit.
- Bei 6 Prozent verdoppelt sich ein Kapital in knapp 12 Jahren (72er-Regel: 72 ÷ 6 = 12).
- Kosten, Steuern und Inflation senken das Ergebnis deutlich. Rechne deshalb immer mit mehreren Szenarien.
Was ist der Zinseszins? Der Zinseszinseffekt einfach erklärt
Der Zinseszins ist der Zins, den Du auf bereits gutgeschriebene Zinsen erhältst. Der Zinseszinseffekt beschreibt das dadurch beschleunigte Wachstum eines Kapitals: Weil die Erträge jedes Jahres zur Basis des nächsten Jahres werden, wächst das Kapital nicht gleichmäßig, sondern exponentiell. Am Anfang ist der Unterschied zur einfachen Verzinsung kaum sichtbar, nach einigen Jahrzehnten ist er größer als das ursprünglich eingesetzte Geld.
Ein Beispiel mit 25.000 Euro und 6 Prozent pro Jahr zeigt den Mechanismus. Im ersten Jahr entstehen 1.500 Euro Ertrag, das Kapital steigt auf 26.500 Euro. Im zweiten Jahr werden 6 Prozent auf 26.500 Euro fällig, also 1.590 Euro. Die zusätzlichen 90 Euro sind der Zinseszins: der Ertrag auf den Ertrag des Vorjahres. Im dritten Jahr sind es bereits 1.685,40 Euro, im zwanzigsten Jahr rund 4.538 Euro. Das Kapital erwirtschaftet am Ende also jährlich dreimal so viel wie zu Beginn, ohne dass Du einen Euro nachgelegt hast.
Bei der einfachen Verzinsung werden die Erträge dagegen ausgezahlt oder verbraucht. Verzinst wird immer nur das ursprüngliche Kapital, im Beispiel jedes Jahr gleich 1.500 Euro. Nach 20 Jahren stehen so 55.000 Euro zu Buche, mit Zinseszins 80.178 Euro.
Der Begriff stammt aus der Welt fester Zinsen, etwa bei Tagesgeld, Festgeld oder Anleihen. Bei Aktien und ETFs gibt es keinen festen Zins, aber der gleiche Mechanismus wirkt: Dividenden werden wieder angelegt, und Kursgewinne erhöhen die Basis, auf der künftige Wertsteigerungen entstehen. Deshalb sprechen viele auch beim ETF-Sparen vom Zinseszinseffekt, obwohl genau genommen ein Renditeeffekt mit schwankenden Jahreswerten gemeint ist.
Zinseszins berechnen: die Formel für Einmalanlage und Einzahlungen
Für eine Einmalanlage lautet die Zinseszinsformel: Endkapital = Startkapital × (1 + r) hoch n. Dabei ist r die Rendite pro Jahr als Dezimalzahl (6 Prozent = 0,06) und n die Laufzeit in Jahren. Für das Standardbeispiel heißt das: 25.000 × 1,06 hoch 20 = 25.000 × 3,2071 = 80.178 Euro. Zum Vergleich die Formel der einfachen Verzinsung: Endkapital = Startkapital × (1 + r × n), also 25.000 × 2,2 = 55.000 Euro.
Die Formel lässt sich umstellen, wenn Dich eine andere Größe interessiert. Die nötige Rendite für ein Ziel ergibt sich aus r = (Endkapital ÷ Startkapital) hoch (1 ÷ n) minus 1. Wer aus 25.000 Euro in 20 Jahren 80.178 Euro machen will, braucht genau 6 Prozent pro Jahr. Die nötige Laufzeit berechnest Du mit n = ln(Endkapital ÷ Startkapital) ÷ ln(1 + r). Für eine Verdopplung bei 6 Prozent sind das ln(2) ÷ ln(1,06) = 11,9 Jahre.
Bei regelmäßigen Einzahlungen wird jede Rate einzeln verzinst, und zwar für die Zeit, die sie noch angelegt bleibt. Der Zinseszinsrechner geht davon aus, dass die monatliche Einzahlung jeweils zum Monatsende fließt. Er verzinst sie mit dem Monatszins, der genau zu Deiner Jahresrendite passt: i = (1 + r) hoch (1 ÷ 12) minus 1. Bei 6 Prozent pro Jahr sind das 0,4868 Prozent pro Monat. Der Endwert der Raten ist dann Rate × ((1 + i) hoch Monate minus 1) ÷ i. Für 100 Euro im Monat über 20 Jahre bei 6 Prozent ergeben sich 45.344 Euro, bei 24.000 Euro eigenen Einzahlungen.
In Excel oder Google Sheets kommst Du auf dieselben Werte. Für die Einmalanlage reicht =25000*(1+6%)^20. Für die Raten nutzt Du die Funktion ZW: =ZW((1+6%)^(1/12)-1;240;-100) liefert ebenfalls 45.344 Euro. Zinssatz und Perioden müssen zusammenpassen: Monatszins und Monate oder Jahreszins und Jahre.
So nutzt Du den Zinseszinsrechner: Eingaben und Ergebnisse
Der Rechner kommt mit fünf Eingaben aus. Beim Startkapital trägst Du den Betrag ein, den Du heute anlegst oder bereits angelegt hast. Die monatliche Einzahlung ist optional: Lässt Du sie auf 0, rechnest Du eine reine Einmalanlage. Die Rendite pro Jahr nach Kosten stellst Du zwischen 0 und 12 Prozent in Schritten von 0,5 Prozentpunkten ein. Ziehe dafür laufende Produktkosten wie die Gesamtkostenquote eines Fonds bereits ab. Die Laufzeit reicht von 1 bis 50 Jahren, die Inflation von 0 bis 5 Prozent pro Jahr.
Das Hauptergebnis ist das Endkapital nach der gewählten Laufzeit. Darunter siehst Du, wie viel davon aus Deinen eigenen Einzahlungen stammt und wie viel aus Wertzuwachs. Ein Balken zeigt dieses Verhältnis auf einen Blick. Im Standardbeispiel bestehen die 80.178 Euro zu 31 Prozent aus Deinem eingesetzten Geld und zu 69 Prozent aus Erträgen.
Die Zeile Ohne Zinseszins zeigt, was bei einfacher Verzinsung herauskäme, also wenn Erträge nicht wieder angelegt würden. Die Zeile Mehr durch den Zinseszins ist die Differenz und damit der reine Zinseszinseffekt. Die letzte Zeile rechnet das Endkapital mit Deiner Inflationsannahme in heutige Euro um. So erkennst Du, was Du Dir mit dem Betrag in der Zukunft ungefähr leisten kannst.
Unter „So rechnen wir“ findest Du alle Annahmen. Der Rechner arbeitet mit einer konstanten Rendite. Kosten musst Du selbst in der Renditeeingabe berücksichtigen, Steuern und Kursschwankungen sind nicht enthalten. Das Ergebnis ist deshalb ein Szenario, keine Prognose. Verändere am besten immer nur eine Eingabe, dann siehst Du, welcher Hebel wie stark wirkt.
Rechenbeispiel: 25.000 Euro über 10 bis 40 Jahre anlegen
Die folgende Übersicht zeigt das Standardbeispiel des Rechners bei unterschiedlichen Laufzeiten. Das Startkapital beträgt 25.000 Euro, die Rendite 6 Prozent pro Jahr, monatliche Einzahlungen gibt es keine. Gut zu sehen ist, wie der Zinseszins von Jahrzehnt zu Jahrzehnt an Gewicht gewinnt.
25.000 Euro bei 6 Prozent Rendite: Zinseszins nach Laufzeit
| Laufzeit | Endkapital mit Zinseszins | Ohne Zinseszins | Mehr durch Zinseszins | Kaufkraft bei 2 % Inflation |
|---|---|---|---|---|
| 10 Jahre | 44.771 € | 40.000 € | 4.771 € | 36.728 € |
| 20 Jahre | 80.178 € | 55.000 € | 25.178 € | 53.958 € |
| 30 Jahre | 143.587 € | 70.000 € | 73.587 € | 79.270 € |
| 40 Jahre | 257.143 € | 85.000 € | 172.143 € | 116.458 € |
Berechnet mit dem Zinseszinsrechner auf dieser Seite, ohne Kosten und Steuern.
Nach 10 Jahren bringt der Zinseszins nur 4.771 Euro zusätzlich, nach 40 Jahren sind es 172.143 Euro. Der Vorsprung gegenüber der einfachen Verzinsung wächst also nicht im gleichen Takt wie die Laufzeit, sondern immer schneller. Zwischen Jahr 30 und Jahr 40 kommen allein 113.556 Euro Wertzuwachs hinzu, fast so viel wie in den ersten 30 Jahren zusammen (118.587 Euro).
Die Spalte zur Kaufkraft relativiert die großen Zahlen. Bei 2 Prozent Inflation sind 257.143 Euro in 40 Jahren so viel wert wie heute rund 116.458 Euro. Das ist immer noch ein Vielfaches des Startkapitals, aber deutlich weniger, als die nominale Zahl vermuten lässt. Für Deine Planung zählt die Kaufkraft, nicht der Kontostand.
Ergänzt Du das Beispiel um 100 Euro monatliche Einzahlung, zeigt der Rechner nach 20 Jahren 125.522 Euro. Du hast dann 49.000 Euro selbst eingezahlt, 76.522 Euro sind Wertzuwachs. Gerade die Kombination aus vorhandenem Kapital und laufender Sparrate nutzt den Zinseszins doppelt: Das Startkapital arbeitet von Anfang an, und jede neue Rate wird Teil der wachsenden Basis.
Ab wann spürt man den Zinseszinseffekt? Zeit, früher Start und 72er-Regel
Spürbar wird der Zinseszins, sobald die Erträge auf frühere Erträge eine relevante Größe erreichen. Bei 6 Prozent bringt ein Kapital ab dem 13. Jahr jährlich mehr als doppelt so viel Ertrag wie im ersten Jahr, weil es sich bis dahin bereits verdoppelt hat. Bei niedrigen Zinsen dauert es entsprechend länger. Eine feste Schwelle gibt es nicht, entscheidend ist das Produkt aus Rendite und Zeit.
Die 72er-Regel hilft beim Überschlagen: 72 geteilt durch die Rendite in Prozent ergibt ungefähr die Zahl der Jahre, bis sich ein Kapital verdoppelt. Bei 6 Prozent sind das 12 Jahre. Der Rechner bestätigt das: Nach 12 Jahren werden aus 25.000 Euro 50.305 Euro. Bei 4 Prozent dauert die Verdopplung rund 18 Jahre, bei 8 Prozent rund 9 Jahre. Die Regel ist eine Näherung, die zwischen etwa 4 und 10 Prozent gut funktioniert.
Daraus folgt der wichtigste praktische Punkt: Ein früher Start schlägt fast jede spätere Optimierung. Wer 25.000 Euro mit 35 Jahren anlegt und bis 65 liegen lässt, kommt bei 6 Prozent auf 143.587 Euro. Wer denselben Betrag erst mit 45 anlegt, hat bis 65 nur 80.178 Euro. Zehn Jahre Wartezeit kosten in diesem Szenario 63.409 Euro, obwohl der eingesetzte Betrag identisch ist. Um diese Lücke mit einem späteren Start auszugleichen, müsstest Du fast 45.000 Euro anlegen.
Umgekehrt heißt das nicht, dass ein später Start sinnlos ist. Auch 15 oder 20 Jahre reichen, damit der Zinseszins einen spürbaren Teil des Endkapitals liefert. Wichtig ist, das Kapital nicht vorzeitig zu entnehmen: Jede Entnahme verkleinert die Basis, auf der der Effekt arbeitet, und trifft das Ergebnis stärker als der reine Betrag vermuten lässt.
Welche Rendite und Inflation solltest Du im Zinseszinsrechner ansetzen?
Die Renditeannahme ist die Eingabe mit der größten Unsicherheit. Für Tagesgeld und Festgeld nimmst Du den Zins, den Dir die Bank aktuell zusagt. Er gilt bei Festgeld für die vereinbarte Laufzeit, bei Tagesgeld nur bis zur nächsten Anpassung. Für breit gestreute Aktien-ETFs rechnen viele Anleger langfristig mit 5 bis 7 Prozent pro Jahr vor Steuern. Das ist eine Annahme für Zeiträume von 15 Jahren und mehr, keine Zusage: Einzelne Jahre können zweistellig im Minus liegen.
Weil schon ein Prozentpunkt viel ausmacht, lohnt sich ein Vergleich von drei Szenarien. Im Standardbeispiel mit 25.000 Euro über 20 Jahre ergeben sich bei 4 Prozent 54.778 Euro, bei 6 Prozent 80.178 Euro und bei 8 Prozent 116.524 Euro. Die Spanne zwischen vorsichtig und optimistisch ist also größer als das Startkapital. Plane Deine Ziele lieber mit dem vorsichtigen Wert und betrachte alles darüber als Puffer.
Für die Inflation ist 2 Prozent eine gut begründbare Annahme, denn das ist das mittelfristige Ziel der Europäischen Zentralbank. Tatsächlich lag die Teuerung in einzelnen Jahren deutlich darüber. Wer sicher planen will, rechnet zusätzlich mit 3 Prozent. Die Kaufkraftzeile im Rechner zeigt Dir dann, welcher Betrag in heutigen Euro übrig bleibt.
Ein nützlicher Gedanke ist die Realrendite: Rendite minus Inflation. Liegt ein Sparkonto bei 2 Prozent und die Inflation ebenfalls bei 2 Prozent, wächst Dein Geld zwar nominal, die Kaufkraft bleibt aber gleich. Echter Vermögensaufbau entsteht erst, wenn die Rendite nach Kosten und Steuern dauerhaft über der Inflation liegt. Wie Du dafür geeignete Fonds auswählst, erklärt unser Ratgeber Welcher ETF oder Fonds passt in Dein Depot?
Kosten und Steuern: Was vom Zinseszins tatsächlich übrig bleibt
Kosten wirken wie ein umgekehrter Zinseszins, denn sie werden jedes Jahr auf das gewachsene Kapital fällig. Senken laufende Kosten die Rendite von 6 auf 5 Prozent, zeigt der Rechner für 25.000 Euro über 20 Jahre 66.332 Euro statt 80.178 Euro. Ein einziger Prozentpunkt kostet hier 13.846 Euro oder 17 Prozent des Endkapitals. Gib deshalb im Rechner immer die Rendite nach Fondskosten, Depotgebühren und gegebenenfalls Beratungs- oder Vertragskosten ein.
Steuern berücksichtigt der Rechner nicht, weil sie von Produkt und Person abhängen. Kapitalerträge unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent, gegebenenfalls plus Kirchensteuer. Steuerfrei bleibt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG).
Wann die Steuer anfällt, beeinflusst den Zinseszins. Zinsen auf Tagesgeld oder Festgeld werden jährlich versteuert, sobald der Pauschbetrag ausgeschöpft ist. Aus 6 Prozent werden dann rechnerisch rund 4,4 Prozent. Stellst Du im Rechner näherungsweise 4,5 Prozent ein, ergeben sich nach 20 Jahren 60.293 Euro statt 80.178 Euro. Bei thesaurierenden Aktien-ETFs fällt jährlich nur die Vorabpauschale an, die sich 2026 nach einem Basiszins von 3,20 Prozent richtet. Für Aktienfonds gilt zudem eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Der größere Teil der Steuer wird erst beim Verkauf fällig, sodass mehr Kapital länger arbeitet.
Wie die Vorabpauschale genau berechnet wird, erklärt unser Ratgeber Vorabpauschale: Was Du wissen musst. Prüfe außerdem, ob Deine Freistellungsaufträge den Sparer-Pauschbetrag vollständig ausnutzen.
Zinseszinsrechner oder Sparrechner: Was ist der Unterschied?
Der Zinseszinsrechner beantwortet die Frage, was aus einem vorhandenen Kapital werden kann: einer Erbschaft, einer Abfindung, einem Bausparguthaben oder dem Depot, das Du schon hast. Er macht den Wachstumseffekt sichtbar und vergleicht ihn direkt mit einfacher Verzinsung. Eine monatliche Einzahlung kannst Du ergänzen, im Mittelpunkt steht aber das Startkapital.
Wenn Du dagegen regelmäßig sparen willst, ist der Sparrechner für Deinen Sparplan das passendere Werkzeug. Er stellt die monatliche Sparrate in den Mittelpunkt, zieht laufende Kosten separat von der Rendite ab und zeigt Dir drei Szenarien nebeneinander. Er verzinst monatlich mit einem Zwölftel der Jahresrendite, so wie viele Banken und Sparplanrechner rechnen. Deshalb liefert er bei gleichen Eingaben etwas höhere Werte: Für 150 Euro im Monat über 30 Jahre bei 6 Prozent zeigt der Sparrechner 150.677 Euro, der Zinseszinsrechner mit seiner effektiven Jahresrendite 146.177 Euro. Beide Ergebnisse sind richtig, sie beruhen nur auf unterschiedlichen Zinskonventionen.
Oft ist die Frage gar nicht, wie viel herauskommt, sondern wie viel Du brauchst. Für die Altersvorsorge zeigt Dir der Rentenlückenrechner, welche Lücke zwischen gesetzlicher Rente und gewünschtem Einkommen entsteht. Mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner kannst Du anschließend prüfen, wie ein gefördertes Depot den Zinseszins mit staatlicher Unterstützung kombiniert.
Die sinnvolle Reihenfolge: Erst das Ziel bestimmen, dann mit Zinseszins- und Sparrechner den Weg dorthin durchspielen. Hintergründe zu langfristigem Investieren für den Ruhestand findest Du im Ratgeber ETF-Altersvorsorge.
Typische Denkfehler beim Rechnen mit dem Zinseszins
Der häufigste Fehler ist, eine konstante Rendite mit einer sicheren Entwicklung zu verwechseln. Der Rechner zeigt einen glatten Verlauf, an der Börse wechseln sich gute und schlechte Jahre ab. Ein Kursrückgang kurz vor dem Ziel kann das Ergebnis spürbar verringern. Wer das Geld zu einem festen Zeitpunkt braucht, sollte das Risiko in den letzten Jahren schrittweise reduzieren.
Ebenso verbreitet ist es, mit der Bruttorendite zu rechnen. Ein Fonds mit 7 Prozent Wertentwicklung und 1,5 Prozent laufenden Kosten bringt Dir nur 5,5 Prozent. Über Jahrzehnte macht dieser Unterschied leicht ein Viertel des Endkapitals aus. Bei Versicherungsprodukten kommen oft Abschluss- und Verwaltungskosten hinzu, die im Prospekt weniger sichtbar sind als die Fondskosten.
Dritter Fehler: nur auf die nominale Zahl schauen. 257.143 Euro in 40 Jahren klingen nach viel, haben bei 2 Prozent Inflation aber nur die Kaufkraft von rund 116.458 heutigen Euro. Ziele wie eine bestimmte Monatsrente solltest Du deshalb immer in heutiger Kaufkraft formulieren.
Viertens wird der Zinseszins oft unterbrochen, ohne dass es bewusst ist: durch das Ausgeben von Zinsen, durch häufiges Umschichten mit Kosten und Steuern oder durch Panikverkäufe in Krisen. Und schließlich rechnen viele zu optimistisch und sparen deshalb zu wenig. Ein vorsichtiges Szenario mit 4 Prozent schützt vor dieser Falle. Weitere teure Gewohnheiten beschreibt unser Ratgeber 5 Finanzfehler, die Dich mehrere 10.000 Euro kosten.
Häufige Fragen zum Zinseszins
Was ist Zinseszins einfach erklärt? Zinseszins sind Zinsen auf Zinsen. Bleiben die Erträge eines Jahres angelegt, werden sie im nächsten Jahr zusammen mit dem ursprünglichen Kapital verzinst. Dadurch wächst das Vermögen jedes Jahr etwas schneller als im Vorjahr. Aus 25.000 Euro werden bei 6 Prozent in 20 Jahren 80.178 Euro statt 55.000 Euro bei einfacher Verzinsung. Der Effekt ist am Anfang klein und wird mit der Zeit immer größer.
Wie berechnet man den Zinseszins? Für eine Einmalanlage gilt: Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz) hoch Anzahl der Jahre. Den Zinssatz setzt Du als Dezimalzahl ein, also 0,05 für 5 Prozent. Den reinen Zinseszinsanteil erhältst Du, wenn Du davon das Ergebnis der einfachen Verzinsung abziehst: Startkapital × (1 + Zinssatz × Jahre). Bei monatlichen Einzahlungen wird jede Rate für ihre Restlaufzeit verzinst, das übernimmt der Zinseszinsrechner für Dich.
Wie hoch ist der Zinseszinseffekt bei 100.000 Euro? Das hängt von Zins und Laufzeit ab. Legst Du 100.000 Euro zu 5 Prozent für 10 Jahre an, wachsen sie laut Rechner auf 162.889 Euro. Bei einfacher Verzinsung wären es 150.000 Euro, der Zinseszinseffekt beträgt also 12.889 Euro. Über 20 oder 30 Jahre steigt dieser Anteil stark an. Kosten, Steuern und Inflation sind in diesen Werten noch nicht berücksichtigt.
Ab wann spürt man den Zinseszinseffekt? Deutlich spürbar wird er meist nach 10 bis 15 Jahren. Bei 6 Prozent hat sich das Kapital nach knapp 12 Jahren verdoppelt, danach liefert es jährlich doppelt so viel Ertrag wie zu Beginn. Je niedriger die Rendite, desto länger dauert es. Deshalb ist ein früher Start so wertvoll: Die letzten Jahre einer langen Anlage bringen den größten Zuwachs.
Gibt es den Zinseszins auch bei ETFs? Ja, im übertragenen Sinn. ETFs zahlen keine festen Zinsen, aber thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an, und Kursgewinne vergrößern die Basis für künftige Wertsteigerungen. Bei ausschüttenden ETFs entsteht der Effekt, wenn Du die Ausschüttungen selbst wieder investierst. Anders als beim Festgeld schwankt die jährliche Rendite stark, der Zinseszinsrechner zeigt deshalb nur einen Durchschnittspfad.
Wie viel Zinsen bringen 10.000 Euro? Bei 5 Prozent pro Jahr werden aus 10.000 Euro nach 10 Jahren 16.289 Euro. Der Ertrag beträgt 6.289 Euro, davon entstehen 1.289 Euro durch den Zinseszins. Bei 3 Prozent wäre der Ertrag deutlich kleiner. Welche Möglichkeiten es für diesen Betrag gibt, vergleicht unser Ratgeber 10.000 Euro anlegen. Denke daran, dass Erträge über dem Sparer-Pauschbetrag versteuert werden.
Macht es einen Unterschied, ob monatlich oder jährlich verzinst wird? Bei gleichem Nominalzins ja: Monatliche Gutschriften werden früher mitverzinst. Aus 6 Prozent nominal werden bei monatlicher Verzinsung effektiv 6,17 Prozent pro Jahr. Vergleiche Angebote deshalb immer über den effektiven Jahreszins. Der Zinseszinsrechner behandelt Deine Eingabe als effektive Jahresrendite, die Zinsperiode spielt für das Ergebnis einer Einmalanlage dann keine Rolle mehr.
Der Zinseszinsrechner zeigt Dir, was Zeit und Rendite mathematisch bewirken können. Ob Deine Annahmen zu Rendite, Kosten und Steuern realistisch sind und wie das Ergebnis zu Deinen übrigen Zielen passt, klären wir gern gemeinsam. Mehr zu unserem Ansatz findest Du unter private Altersvorsorge mit Käpsele, einen unverbindlichen Termin kannst Du über unsere Kontaktseite vereinbaren.
Fragen, die ein KÄPSELE stellt.
Wer clever ist, gibt seine Finanzen nicht leichtfertig ab. Deswegen beantworten wir Dir hier alle Fragen, die Du schon vor dem ersten Gespräch geklärt haben möchtest. Alles Weitere besprechen wir gerne persönlich mit Dir.
Was wird bei einer Zinseszinsrechnung oft vergessen?
Häufig fehlen Kosten, Steuern, Inflation und schwankende Marktrenditen. Der mathematische Rechner arbeitet meist mit einem konstanten Wert, während echte Kapitalmärkte ungleichmäßig verlaufen. Betrachte deshalb zusätzlich das Ergebnis nach Kosten und in heutiger Kaufkraft.
Welche Rendite ist für den Zinseszins realistisch?
Es gibt keine für jede Anlage sichere Annahme. Nutze mehrere Szenarien und orientiere Dich an Anlageklasse, Laufzeit, Schwankungsrisiko und Rendite nach Kosten. Eine vorsichtige Rechnung schützt besser vor einer zu niedrigen Sparrate als ein einzelner optimistischer Wert.
Warum ist die Laufzeit beim Zinseszins so wichtig?
Am Anfang arbeitet nur wenig bereits erzielter Ertrag mit. Mit jedem Jahr wächst die verzinste Basis, wodurch sich das Wachstum beschleunigen kann. Ein früher Start kann deshalb oft mehr bewirken als eine spätere kleine Renditeoptimierung.
Was ist der Unterschied zwischen Zinsen und Zinseszins?
Bei einfacher Verzinsung entstehen Erträge nur auf das ursprüngliche Kapital. Beim Zinseszins werden die Erträge wieder angelegt und erzeugen selbst weitere Erträge. Deshalb wird der Abstand mit zunehmender Laufzeit immer größer.
Wie berechnet man den Zinseszins?
Für eine einmalige Anlage lautet die Grundformel: Endkapital = Startkapital × (1 + Rendite) hoch Laufzeit. Die Rendite wird dabei als Dezimalzahl eingesetzt. Bei regelmäßigen Einzahlungen wird jede Rate zusätzlich über ihre jeweilige verbleibende Laufzeit verzinst.