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Altersvorsorgedepot-Rechner

Ab 1. Januar 2027 fördert der Staat das neue Altersvorsorgedepot mit bis zu 540 € Grundzulage und 300 € je Kind. Der Rechner zeigt Dir, wie viel davon bei Dir ankommt, was Kosten ausmachen und welches Kapital bis zur Rente entstehen kann.

Beispielrechnung: Altersvorsorgedepot mit den Standardwerten

So sieht ein Ergebnis des Altersvorsorgedepot-Rechners aus, wenn Du die voreingestellten Werte übernimmst. Mit Deinen eigenen Zahlen rechnest Du oben im Rechner.

Eingabe im RechnerStandardwert
Eigenbeitrag pro Monat150 € (gefördert bis 150 € im Monat, einzahlbar bis 570 €)
Kinder mit KindergeldanspruchKeine
Dein Alter heute35 Jahre
Geplanter Rentenbeginn mit67 Jahre
Rendite pro Jahr vor Kosten6,0 %
Effektivkosten pro Jahr1,0 %
Zusätzlichen Steuervorteil schätzenNicht berücksichtigen
Ergebnis im RechnerBeispielwert
Mögliches Endkapital mit 67 Jahren (5,0 % nach Kosten, vor Steuern in der Auszahlung)179.278 €
Eigenbeitrag pro Jahr1.800 €
Grundzulage pro Jahr540 €
Einzahlung pro Jahr inklusive Zulagen2.340 €
Förderquote auf Deinen Eigenbeitrag30,0 %
Anteil der Zulagen an der Einzahlung23,1 %
Eigenbeiträge über 32 Jahre57.600 €
Zulagen über 32 Jahre17.280 €
Wertzuwachs nach Kosten104.398 €
Kosten mindern das Endkapital um37.856 €

Beispiel mit den Standardwerten des Rechners, Stand 04.10.2026. Der interaktive Rechner oben verwendet dieselben Annahmen und Bezeichnungen. Modellrechnung, keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.

Mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner berechnest Du, wie viel staatliche Förderung Du im neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 bekommst und welches Kapital daraus bis zur Rente entstehen kann. Der Rechner berücksichtigt Grundzulage, Kinderzulage, Berufseinsteigerbonus, Effektivkosten und auf Wunsch den zusätzlichen Steuervorteil über die Günstigerprüfung. Stand: Oktober 2026.

Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge ist beschlossen: Der Bundestag hat das Gesetz am 27. März 2026 verabschiedet, der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Anbieter dürfen die neuen Produkte ab dem 1. Januar 2027 anbieten. Das Altersvorsorgedepot löst die Riester-Rente als zentrale geförderte Privatvorsorge ab und erlaubt erstmals gefördertes Sparen in ETFs ohne Beitragsgarantie.

Das Wichtigste in Kürze: Die Förderung ist für kleine Beiträge und für Familien besonders stark.

  • Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro für die ersten 360 € Eigenbeitrag und 25 Cent je Euro für die nächsten 1.440 €. Bei 1.800 € im Jahr (150 € im Monat) sind das höchstens 540 €.
  • Für jedes Kind mit Kindergeldanspruch gibt es 1 € Kinderzulage je Euro Eigenbeitrag bis 300 €, also höchstens 300 € pro Kind und Jahr. 25 € im Monat reichen dafür aus.
  • Wer vor dem 25. Geburtstag abschließt, erhält einmalig 200 € Berufseinsteigerbonus. Mindesteigenbeitrag für Zulagen sind 120 € im Jahr.
  • Einzahlen kannst Du bis 6.840 € im Jahr, gefördert werden davon 1.800 €. Erträge bleiben bis zur Auszahlung steuerfrei, die Auszahlung wird nachgelagert besteuert.
  • Beim Standarddepot sind die Effektivkosten auf 1,0 % pro Jahr begrenzt.

Was der Altersvorsorgedepot-Rechner berechnet

Im Block Dein Beitrag gibst Du Deinen Eigenbeitrag pro Monat ein, zwischen 0 und 570 €. Das entspricht der gesetzlichen Höchsteinzahlung von 6.840 € im Jahr. Dazu wählst Du die Zahl Deiner Kinder mit Kindergeldanspruch und, falls Du Kinder hast, wie viele Jahre noch Kinderzulage fließt. Es folgen Dein Alter heute und der geplante Rentenbeginn. Im Block Anlage und Kosten legst Du die Rendite vor Kosten und die Effektivkosten fest. Optional schätzt der Rechner den zusätzlichen Steuervorteil, wenn Du Deinen Grenzsteuersatz auswählst.

Als Hauptergebnis siehst Du das mögliche Endkapital zum Rentenbeginn, vor Steuern in der Auszahlungsphase. Darunter stehen Eigenbeitrag, Grundzulage, gegebenenfalls Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus, die Einzahlung pro Jahr inklusive Zulagen, die Förderquote auf Deinen Eigenbeitrag und der Anteil der Zulagen an der Einzahlung. Für die gesamte Laufzeit zeigt der Rechner Eigenbeiträge, Zulagen, Wertzuwachs nach Kosten und den Betrag, um den die Kosten Dein Endkapital mindern. Ein Balken teilt das Endkapital in Eigenbeitrag, Zulagen und Wertzuwachs auf.

Die Annahmen sind bewusst einfach und offen benannt. Eigenbeiträge fließen monatlich ein, Zulagen schreibt der Rechner am Ende jedes Jahres gut. In der Praxis kommen sie zeitversetzt nach dem Zulageantrag. Die Rendite bleibt über die Laufzeit konstant, die Kosten werden als Renditeminderung abgezogen. Die Kinderzulage gilt vereinfacht für alle Kinder gleich lang. Beim Bonus unterstellt der Rechner, dass es Dein erster Vertrag ist. Das Ergebnis ist ein Szenario, keine Rendite- oder Förderzusage. Wie groß Deine Versorgungslücke insgesamt ist, zeigt Dir der Rentenlücken-Rechner.

Altersvorsorgedepot 2027: Was beschlossen ist

Das Gesetz zur Reform der privaten Altersvorsorge schafft drei geförderte Produktarten. Das Altersvorsorgedepot ist renditeorientiert und hat keine Beitragsgarantie. Zulässig sind laut Bundesfinanzministerium unter anderem ETFs und andere OGAW-Fonds, Staatsanleihen und bestimmte weitere Fonds. Einzelaktien und Kryptowährungen sind ausgeschlossen. Das Standarddepot ist eine vereinfachte Variante mit voreingestellter Anlage aus einem Aktien- und einem Anleihebaustein, die vor der Auszahlung automatisch umgeschichtet wird. Seine Effektivkosten dürfen höchstens 1,0 % pro Jahr betragen. Daneben gibt es Garantieprodukte mit 100 % oder 80 % Beitragsgarantie.

Gefördert werden wie bisher bei Riester vor allem rentenversicherungspflichtig Beschäftigte und Beamte. Neu hinzu kommen Selbstständige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder freiberuflicher Tätigkeit, die eine Steuererklärung abgegeben haben, sowie Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke. Damit können erstmals auch Ärzte, Anwälte oder Architekten mit Versorgungswerk eine Zulage bekommen.

Bestehende Riester-Verträge haben Bestandsschutz. Du kannst sie mit der bisherigen Förderung weiterführen oder in die neue Förderung wechseln, ohne bisherige Zulagen zurückzahlen zu müssen. Der Anbieterwechsel soll insgesamt einfacher werden.

Für die Auszahlung gilt die nachgelagerte Besteuerung. Ausgezahlt wird als lebenslange Rente oder über einen Auszahlungsplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr reicht. Die Auszahlung beginnt nach den Eckpunkten des Gesetzes grundsätzlich zwischen 65 und 70 Jahren. Für Wohneigentum kann das Kapital wie bisher förderunschädlich früher entnommen werden. Die Einzelheiten fasst das Bundesfinanzministerium in seinen Fragen und Antworten zusammen, den Ablauf des Gesetzgebungsverfahrens dokumentiert die Bundesregierung.

Förderung im Altersvorsorgedepot: Grundzulage, Kinderzulage und Bonus

Die Grundzulage ist zweistufig. Für die ersten 360 € Eigenbeitrag im Jahr gibt es 50 Cent je Euro, also höchstens 180 €. Für die nächsten 1.440 € gibt es 25 Cent je Euro, also höchstens weitere 360 €. Bei 1.800 € Eigenbeitrag ist die maximale Grundzulage von 540 € erreicht. Als Formel: Grundzulage = 0,5 × Eigenbeitrag bis 360 € plus 0,25 × Eigenbeitrag zwischen 360 € und 1.800 €. Voraussetzung sind mindestens 120 € Eigenbeitrag im Jahr. Wer genau 10 € im Monat spart, bekommt 60 € Zulage.

Die Kinderzulage beschreibt das Bundesfinanzministerium so: Ein zulageberechtigter Elternteil erhält für jedes Kind für jeden gesparten Euro bis zu einem Eigenbeitrag von 300 € einen Euro als Kinderzulage. Das heißt: Dein Eigenbeitrag zählt für jedes Kind gesondert. Mit 300 € im Jahr, also 25 € im Monat, erhältst Du die volle Kinderzulage von 300 € für jedes Kind, für das Dir Kindergeld zusteht. Bei zwei Kindern sind das 600 €. Ein höherer Eigenbeitrag erhöht die Kinderzulage nicht, sondern nur die Grundzulage. Anders als bei Riester spielt das Geburtsjahr des Kindes keine Rolle. Die Kinderzulage fließt, solange für das Kind Kindergeld gezahlt wird. Der Rechner setzt sie genau nach dieser Lesart an.

Ein Beispiel zeigt, wie stark das wirkt: Ein Elternteil mit zwei Kindern spart 25 € im Monat. Er zahlt 300 € im Jahr selbst ein und erhält 150 € Grundzulage und 600 € Kinderzulage. Insgesamt fließen 1.050 € ins Depot, die Förderquote liegt bei 250 % des Eigenbeitrags.

Der Berufseinsteigerbonus beträgt einmalig 200 €, wenn Du vor Deinem 25. Geburtstag einen Vertrag abschließt. Er kommt zur Grundzulage hinzu. Insgesamt kannst Du bis zu 6.840 € im Jahr einzahlen. Was über 1.800 € hinausgeht, erhält keine Zulage mehr, wächst aber bis zur Auszahlung ohne laufende Besteuerung der Erträge.

Beispielrechnung: 150 Euro im Monat ab 35

Die Voreinstellungen des Rechners zeigen eine Person ohne Kinder, die mit 35 Jahren 150 € im Monat in das Altersvorsorgedepot einzahlt und mit 67 in Rente geht. Das sind 32 Jahre Ansparzeit. Die Rendite liegt bei 6 % pro Jahr vor Kosten, die Effektivkosten bei 1,0 %, so dass 5 % Rendite nach Kosten verbleiben.

Pro Jahr zahlt sie 1.800 € ein und erhält die volle Grundzulage von 540 €. Ins Depot fließen damit 2.340 € im Jahr. Die Förderquote auf ihren Eigenbeitrag beträgt 30 %, der Anteil der Zulagen an der gesamten Einzahlung 23,1 %.

Über 32 Jahre summieren sich ihre Eigenbeiträge auf 57.600 € und die Zulagen auf 17.280 €. Das mögliche Endkapital mit 67 liegt bei rund 179.278 €. Davon stammen rund 32 % aus eigenen Beiträgen, rund 10 % aus Zulagen und rund 58 % aus Wertzuwachs. Der Wertzuwachs nach Kosten beträgt 104.398 €. Die Kosten von 1,0 % pro Jahr mindern das Endkapital um rund 37.856 € gegenüber einer kostenfreien Anlage.

Zwei Punkte sind bei der Einordnung wichtig. Erstens ist das Endkapital ein Wert vor Steuern. Die Auszahlungen sind im Alter mit Deinem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Zweitens ist eine konstante Rendite von 5 % nach Kosten eine Annahme, keine Zusage. Ein Aktien-ETF kann in einzelnen Jahren deutlich verlieren. Rechne deshalb auch ein vorsichtigeres Szenario: Bei 4 % Rendite vor Kosten und 1 % Kosten sinkt das Endkapital im Beispiel auf rund 124.149 €.

Spart dieselbe Person mit zwei Kindern, die noch 18 Jahre Kindergeld bekommen, steigen die Zulagen auf 1.140 € pro Jahr und die Förderquote auf 63,3 %. Das mögliche Endkapital erhöht sich auf rund 212.698 €.

Förderquote nach Beitrag und Kinderzahl

Weil die Grundzulage zweistufig ist und die Kinderzulage schon ab 300 € Eigenbeitrag voll greift, hängt die Förderquote stark von Deinem Beitrag und Deiner Familiensituation ab. Die Tabelle zeigt typische Kombinationen mit denselben Annahmen wie im Beispiel.

Förderquote und Endkapital nach Beitrag und Kinderzahl

Eigenbeitrag pro MonatKinderZulagen pro JahrFörderquoteEigenbeiträge bis 67Mögliches Endkapital mit 67
10 €keine60 €50 %3.840 €13.759 €
25 €keine150 €50 %9.600 €34.398 €
25 €2750 €250 %9.600 €67.818 €
150 €keine540 €30 %57.600 €179.278 €
150 €1840 €46,7 %57.600 €195.988 €
150 €21.140 €63,3 %57.600 €212.698 €
300 €keine540 €15 %115.200 €317.895 €

Stand/Quelle: Oktober 2026, eigene Berechnung mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner: Beginn mit 35, Rentenbeginn mit 67 (32 Jahre), 6 % Rendite vor Kosten, 1,0 % Effektivkosten, Kinderzulage jeweils 18 Jahre lang. Endkapital vor Steuern in der Auszahlungsphase, keine Prognose. Förderregeln laut Bundesfinanzministerium.

Drei Muster fallen auf. Bis 30 € im Monat liegt die Förderquote bei 50 %, danach sinkt sie mit jedem weiteren Euro, weil nur noch 25 Cent Zulage dazukommen. Ab 150 € im Monat steigt die Zulage gar nicht mehr. Bei 300 € im Monat beträgt die Förderquote nur noch 15 %. Für Familien ist dagegen schon ein kleiner Beitrag sehr wirksam: Mit 25 € im Monat und zwei Kindern übersteigen die Zulagen den eigenen Beitrag um mehr als das Doppelte.

Für Deine Entscheidung heißt das: Bis 150 € im Monat ist das geförderte Depot für fast alle Sparer interessant, sofern die Kosten niedrig sind und Du die Bindung bis zur Rente akzeptierst. Für Beiträge darüber zählt vor allem die steuerfreie Wertentwicklung bis zur Auszahlung und die Frage, ob Du im Alter einen niedrigeren Steuersatz hast als heute. Hier lohnt der Vergleich mit einem freien Depot.

Steuern: Sonderausgabenabzug, Günstigerprüfung und Auszahlung

Zusätzlich zu den Zulagen kannst Du Deine Beiträge als Sonderausgaben geltend machen, höchstens 1.800 € zuzüglich Deines Zulageanspruchs. Das Finanzamt prüft dann automatisch in der Günstigerprüfung, ob der Steuervorteil aus dem Sonderausgabenabzug höher ist als die Zulagen. Ist er höher, erstattet es Dir die Differenz. Diese Erstattung fließt auf Dein Konto, nicht ins Depot.

Der Rechner schätzt diesen Vorteil vereinfacht: (Eigenbeitrag bis 1.800 € plus Zulagen) × Grenzsteuersatz minus Zulagen. Im Standardbeispiel mit 540 € Grundzulage ergibt sich bei 42 % Grenzsteuersatz ein zusätzlicher Steuervorteil von rund 443 € im Jahr. Dein Eigenbeitrag kostet Dich dann nur noch rund 1.357 €. Bei 30 % sind es 162 €, bei 25 % nur 45 €. Darunter decken die Zulagen den Vorteil bereits ab. Für Gutverdiener ohne Kinder ist der Steuervorteil also ein wichtiger Teil der Förderung. Bei Familien mit Kinderzulage fällt er geringer aus, weil die Zulagen den Steuervorteil schon zum großen Teil abdecken. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sind in der Schätzung nicht enthalten.

In der Ansparphase bleiben alle Erträge steuerfrei. Es gibt keine Abgeltungsteuer auf Ausschüttungen und keine Vorabpauschale wie im freien Depot. Dafür werden die Leistungen im Alter voll nachgelagert nach § 22 Nr. 5 EStG mit Deinem persönlichen Steuersatz besteuert, also Eigenbeiträge, Zulagen und Erträge. Ob sich das rechnet, hängt vor allem davon ab, wie hoch Dein Steuersatz im Ruhestand sein wird. Liegt er deutlich unter Deinem heutigen Satz, verstärkt die nachgelagerte Besteuerung die Förderung. Bei hohen Renteneinkünften aus anderen Quellen kann sie einen Teil des Vorteils wieder aufzehren.

Kosten und Rendite: Warum 1 Prozent viel ausmacht

Über Jahrzehnte entscheidet die Kostenquote mit über das Ergebnis. Im Standardbeispiel mit 150 € im Monat, 32 Jahren Laufzeit und 6 % Rendite vor Kosten liefert der Rechner diese Endkapitale: ohne Kosten rund 217.134 €, mit 0,5 % Effektivkosten rund 197.181 €, mit 1,0 % rund 179.278 € und mit 1,5 % nur noch rund 163.208 €. Zwischen 0,5 % und 1,5 % liegen also rund 34.000 €, fast doppelt so viel wie alle Zulagen zusammen.

Die Grenze von 1,0 % gilt nur für das Standarddepot. Andere Altersvorsorgedepots und Garantieprodukte dürfen teurer sein. Achte deshalb beim Vergleich der Angebote auf die Effektivkostenquote im Produktinformationsblatt. Sie enthält Depot-, Fonds- und Vertriebskosten in einer Zahl. Wie stark Provisionen die Rendite einer Vorsorge drücken können, zeigt unser Ratgeber Provision oder Honorar: Was kostet Deine Rentenversicherung wirklich?

Ebenso wichtig ist die Anlage. Ohne Beitragsgarantie kann ein breit gestreuter Aktien-ETF seine langfristigen Renditechancen voll ausspielen. Dafür schwankt das Depot, und der Wert kann zeitweise unter der Summe Deiner Einzahlungen liegen. Je kürzer der Abstand zur Rente, desto wichtiger wird ein Ablaufmanagement, das schrittweise in Anleihen umschichtet. Das Standarddepot macht genau das automatisch. Welche ETF-Strategie für die Altersvorsorge grundsätzlich sinnvoll ist, erklärt unser Ratgeber zur ETF-Altersvorsorge.

Altersvorsorgedepot oder freies ETF-Depot?

Das freie ETF-Depot bleibt die flexible Alternative. Du kannst jederzeit einzahlen, aussetzen, verkaufen und das Geld für jeden Zweck verwenden. Erträge werden laufend mit Abgeltungsteuer und Vorabpauschale besteuert, dafür gibt es den Sparerpauschbetrag und keine Besteuerung der eigenen Einzahlungen bei der Auszahlung. Das geförderte Altersvorsorgedepot bietet Zulagen, Steuerstundung und eventuell einen Steuervorteil. Im Gegenzug ist das Geld bis zur Rente gebunden und wird im Alter als Rente oder Auszahlungsplan ausgezahlt.

Als Faustregel gilt: Je höher Deine Förderquote, desto klarer spricht die Rechnung für das geförderte Depot. Familien mit Kindergeldanspruch und Sparer mit kleinen Beiträgen erhalten 50 % oder mehr Förderung auf ihren Eigenbeitrag, das holt ein freies Depot kaum auf. Gutverdiener ohne Kinder profitieren vor allem über den Steuervorteil und die steuerfreie Ansparphase, müssen aber die Bindung und die volle Besteuerung im Alter einpreisen. Für viele ist eine Kombination sinnvoll: 150 € im Monat gefördert, alles darüber frei. Wie sich ein freier Sparplan über die gleiche Zeit entwickelt, kannst Du mit dem Zinseszinsrechner gegenrechnen.

Selbstständige haben neu die Wahl zwischen Altersvorsorgedepot und Basisrente. Die Zulagen machen das Depot vor allem bei kleinen und mittleren Beiträgen attraktiv. Wer hohe Beträge steuerlich absetzen möchte, kommt mit der Rürup-Rente deutlich weiter, weil dort bis zu 30.826 € im Jahr abziehbar sind. Was sie netto kostet, zeigt der Rürup-Rechner. Welche Rolle die private Vorsorge insgesamt spielen sollte, ordnet unser Beitrag Private Altersvorsorge: Sinnvoll oder nicht? ein.

Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot

Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot? Die Reform ist beschlossen. Der Bundestag hat das Gesetz am 27. März 2026 verabschiedet, der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Anbieter dürfen Altersvorsorgedepots, Standarddepots und neue Garantieprodukte ab dem 1. Januar 2027 anbieten. Welche Banken, Broker und Versicherer zum Start dabei sind und zu welchen Kosten, entscheidet sich erst mit den konkreten Produkten.

Wie hoch ist die Förderung im Altersvorsorgedepot? Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro für die ersten 360 € Eigenbeitrag und 25 Cent je Euro für die nächsten 1.440 €, höchstens 540 € im Jahr bei 150 € Monatsbeitrag. Dazu kommen bis zu 300 € je Kind mit Kindergeldanspruch und einmalig 200 € Bonus für Sparer unter 25. Zusätzlich kann über die Günstigerprüfung ein Steuervorteil entstehen.

Wie funktioniert die Kinderzulage im Altersvorsorgedepot? Ein zulageberechtigter Elternteil erhält laut Bundesfinanzministerium für jedes Kind für jeden gesparten Euro bis zu einem Eigenbeitrag von 300 € einen Euro Kinderzulage. Schon 25 € im Monat reichen also für die volle Kinderzulage von 300 € pro Kind, bei zwei Kindern für 600 €. Das Geburtsjahr spielt keine Rolle. Die Zulage fließt, solange für das Kind Kindergeld gezahlt wird.

Wie viel kann ich maximal in das Altersvorsorgedepot einzahlen? Du kannst bis zu 6.840 € im Jahr einzahlen, das sind 570 € im Monat. Gefördert mit Zulagen werden davon 1.800 € im Jahr. Auch der Sonderausgabenabzug ist auf 1.800 € zuzüglich Zulageanspruch begrenzt. Beiträge darüber profitieren nur von der steuerfreien Ansparphase, werden aber im Alter ebenfalls nachgelagert besteuert. Im Rechner ist das Eingabefeld deshalb auf 570 € im Monat begrenzt.

Ist das Altersvorsorgedepot steuerfrei? In der Ansparphase ja: Ausschüttungen und Kursgewinne bleiben steuerfrei, es fällt keine Vorabpauschale an. In der Auszahlungsphase werden die Leistungen dagegen vollständig mit Deinem persönlichen Steuersatz besteuert, also Beiträge, Zulagen und Erträge. Der Vorteil entsteht, wenn Dein Steuersatz im Alter niedriger ist als heute und Du die Förderung voll nutzt.

Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot? Besonders für Familien mit Kindergeldanspruch und für Sparer mit kleinen Beiträgen, weil die Förderquote dort 50 % und mehr erreicht. Interessant ist es auch für Selbstständige und Mitglieder von Versorgungswerken, die erstmals gefördert werden. Wer jederzeit an sein Geld kommen möchte oder sehr hohe Beträge anlegt, sollte das geförderte Depot mit einem freien ETF-Depot kombinieren.

Was passiert mit meinem Riester-Vertrag? Bestehende Riester-Verträge haben Bestandsschutz und laufen mit der bisherigen Förderung weiter. Du kannst aber auch in die neue Förderung wechseln, ohne bisherige Zulagen zurückzahlen zu müssen. Ob sich das lohnt, hängt von Garantien, Kosten, bisherigem Guthaben und Rentenfaktor Deines Vertrags ab. Lass einen alten Vertrag deshalb vor einem Wechsel genau durchrechnen.

Der Rechner zeigt Dir, wie viel Förderung Dir zusteht und welche Rolle Kosten und Rendite spielen. Ob das geförderte Depot, ein freies Depot, Dein bestehender Riester-Vertrag oder eine Kombination am besten zu Dir passt, klären wir gern gemeinsam in der Beratung zur privaten Altersvorsorge. Bring dafür Dein Rechnerergebnis und vorhandene Vertragsunterlagen mit.

Fragen, die ein KÄPSELE stellt.

Wer clever ist, gibt seine Finanzen nicht leichtfertig ab. Deswegen beantworten wir Dir hier alle Fragen, die Du schon vor dem ersten Gespräch geklärt haben möchtest. Alles Weitere besprechen wir gerne persönlich mit Dir.

Wie wird das Altersvorsorgedepot bei Auszahlung besteuert?

Die geförderten Leistungen werden im Ruhestand grundsätzlich nachgelagert besteuert. Wie viel netto bleibt, hängt dann von Auszahlungsform, persönlichem Steuersatz und den zu diesem Zeitpunkt geltenden Regeln ab. Ein hoher Förderbetrag heute sollte deshalb nicht ohne die spätere Nettoauszahlung bewertet werden.

Können Selbstständige das Altersvorsorgedepot nutzen?

Der förderfähige Personenkreis wird erweitert. Nach den beschlossenen Regeln sollen auch Selbstständige, Freiberufler und Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke Zugang erhalten, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Der konkrete Anspruch sollte bei Vertragsstart geprüft werden.

Was ist der Unterschied zu einem normalen ETF-Depot?

Das Altersvorsorgedepot bietet staatliche Zulagen und mögliche Steuervorteile, ist dafür aber an gesetzliche Produkt- und Auszahlungsregeln gebunden. Ein freies ETF-Depot erhält keine Altersvorsorgezulage, bietet grundsätzlich aber mehr Freiheit bei Einzahlungen und Entnahmen. Entscheidend ist der Vergleich nach Kosten, Steuern und Flexibilität.

Wie hoch ist die Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt es 50 Prozent Zuschuss, also maximal 180 Euro. Für die nächsten 1.440 Euro gibt es 25 Prozent, also maximal weitere 360 Euro. Damit beträgt die Grundzulage höchstens 540 Euro pro Jahr bei 1.800 Euro Eigenbeitrag; zusätzliche Kinderzulagen sind möglich.

Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?

Neue geförderte Produkte sollen ab 1. Januar 2027 angeboten werden. Die Reform ist beschlossen, konkrete Tarife und ihre Konditionen kommen aber erst mit den jeweiligen Anbietern. Vor einer Entscheidung sollten deshalb Förderung, Effektivkosten, Anlageauswahl und Auszahlungsregeln verglichen werden.

Bereit für klare Finanzen?Sei ein KÄPSELE und lass es uns machen!