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Altersvorsorge für Selbstständige 2026: Alle Optionen

Als Selbstständiger gibt es niemanden, der für Dich vorsorgt – keinen Arbeitgeber, der die Hälfte übernimmt, und meist auch keine gesetzliche Rentenpflicht. Die Altersvorsorge für Selbstständige liegt komplett in Deiner Hand. Das ist Chance und Verantwortung zugleich: Du hast maximale Freiheit bei der Gestaltung – aber auch das volle Risiko, wenn Du nichts tust.

In diesem Ratgeber bekommst Du alle Wege im ehrlichen Vergleich: von der steuerlich starken Rürup-Rente über die gesetzliche Rente bis zu ETF und Immobilien – plus die geplante Vorsorgepflicht, die Du kennen solltest.

Sind Selbstständige rentenversicherungspflichtig?

Die meisten Selbstständigen sind nicht gesetzlich rentenversicherungspflichtig. Es gibt aber wichtige Ausnahmen. Pflichtversichert sind unter anderem:

  • Handwerker in zulassungspflichtigen Gewerken (für eine gewisse Zeit)
  • Künstler und Publizisten über die Künstlersozialkasse
  • Lehrer, Erzieher und Pflegekräfte ohne eigene Angestellte
  • Hebammen und einige weitere Berufsgruppen

Gehörst Du nicht dazu, baust Du ohne eigenes Zutun keine gesetzliche Rente auf. Genau deshalb ist die private Vorsorge für Dich existenziell.

Rentenreform 2026: Vorsorgepflicht für neue Selbstständige

Ein wichtiger Punkt für die Zukunft: Im Zuge der Rentenreform ist eine Vorsorgepflicht für neu gegründete Selbstständige geplant. Wer künftig gründet, soll verpflichtet sein, entweder in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen oder eine insolvenzgeschützte private Lösung (etwa die Basisrente/Rürup) nachzuweisen.

Zur Orientierung an den diskutierten Werten: Der Regelbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung liegt bei rund 735 Euro im Monat, für Existenzgründer ermäßigt bei etwa 368 Euro – alternativ sind 18,6 % des rentenversicherungspflichtigen Einkommens im Gespräch. Auch wenn Du heute schon selbstständig bist: Sich früh eine solide, geförderte Lösung aufzubauen, ist ohnehin die klügere Wahl.

Die Wege der Altersvorsorge für Selbstständige

Du hast mehrere Bausteine zur Auswahl – die Kunst liegt in der richtigen Kombination.

Rürup-Rente (Basisrente)

Die Rürup-Rente ist für Selbstständige oft der stärkste Baustein. Die Beiträge sind seit 2023 zu 100 % als Sonderausgaben absetzbar, die Rente ist lebenslang, pfändungs- und insolvenzsicher. Gerade bei hohem, schwankendem Einkommen ist der Steuervorteil enorm.

Gesetzliche Rentenversicherung (freiwillig)

Auch als versicherungsfreier Selbstständiger kannst Du freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlen. Das sichert Ansprüche wie die Erwerbsminderungsrente und kann Mindestversicherungszeiten erfüllen. Für die reine Rendite sind private Wege meist attraktiver, für die Grundabsicherung kann sie sinnvoll sein.

Private Rentenversicherung und ETF-Sparplan

Eine fondsgebundene Rentenversicherung verbindet Renditechancen mit Steuervorteilen und einer lebenslangen Rente. Wer maximale Flexibilität und niedrige Kosten will, setzt auf einen ETF-Sparplan – ohne Steuervorteil beim Einzahlen, dafür jederzeit verfügbar.

Immobilien

Eine vermietete Immobilie liefert Mieteinnahmen und langfristige Wertsteigerung – ein solider Sachwert-Baustein, der aber Kapital und Aufwand erfordert.

Rürup vs. ETF vs. private Rentenversicherung: Was passt?

Der ehrliche Vergleich – den viele Ratgeber vermeiden:

  • Rürup: Maximaler Steuervorteil, lebenslange Rente, insolvenzsicher – aber unflexibel (kein Kapitalzugriff, keine freie Vererbung). Ideal als steueroptimierter Basisbaustein bei hohem Einkommen.
  • ETF-Depot: Günstig, flexibel, voll verfügbar – aber kein Steuervorteil beim Einzahlen. Ideal für den frei verfügbaren Teil.
  • Fondsgebundene Rentenversicherung: Steuervorteile plus lebenslange Rente bei langem Horizont und niedrigen Kosten.

Für die meisten Selbstständigen ist eine Kombination am stärksten: Rürup für den Steuervorteil, ein ETF-Depot für die Flexibilität – und je nach Situation eine Immobilie oder Versicherungslösung.

Sonderfall: Selbstständig mit eigener GmbH

Führst Du Deine Selbstständigkeit über eine GmbH, gelten andere Regeln: Als Gesellschafter-Geschäftsführer stehen Dir zusätzlich die firmenfinanzierten Wege der betrieblichen Altersvorsorge offen – oft mit noch größerem Hebel. Die Details findest Du im Leitfaden zur Altersvorsorge für Geschäftsführer.

Freiberufler mit Versorgungswerk

Bestimmte Freiberufler – etwa Ärzte, Zahnärzte, Anwälte, Architekten oder Steuerberater – sind über ein berufsständisches Versorgungswerk pflichtversichert. Das ist eine solide Basis, reicht aber selten allein. Auch hier lohnen sich ergänzende Bausteine wie Rürup oder ein ETF-Depot, um die Versorgung abzurunden.

Wie viel Altersvorsorge brauchst Du?

Als Faustregel gelten rund 80 % Deines letzten Nettoeinkommens als Zielrente. Der große Hebel ist die Zeit: Wer früh startet, braucht eine viel kleinere Sparrate.

Beispiel: Für 2.000 Euro Zusatzrente im Monat brauchst Du nach der 4-%-Regel rund 600.000 Euro Kapital. Über 30 Jahre und bei rund 6 % Rendite entspricht das etwa 600 Euro im Monat – ein großer Teil davon steuerlich gefördert, wenn Du die Rürup-Rente clever einsetzt.

Häufige Fragen zur Altersvorsorge für Selbstständige

Welche Altersvorsorge ist für Selbstständige die beste? Für die meisten eine Kombination: die Rürup-Rente für den Steuervorteil, ein ETF-Depot für Flexibilität und je nach Situation eine Immobilie oder Versicherungslösung. Die richtige Gewichtung ist individuell.

Sind Selbstständige rentenversicherungspflichtig? Meist nicht – mit Ausnahmen wie Handwerkern, Künstlern (Künstlersozialkasse), Lehrern und Pflegekräften. Freiberufler sind teils über ein Versorgungswerk pflichtversichert.

Lohnt sich die Rürup-Rente für Selbstständige? In der Regel ja, besonders bei hohem Einkommen. Die Beiträge sind zu 100 % absetzbar, die Rente ist lebenslang und insolvenzsicher. Nachteil ist die geringe Flexibilität.

Was ändert sich mit der geplanten Vorsorgepflicht? Neu gegründete Selbstständige sollen künftig verpflichtet werden, in die gesetzliche Rente einzuzahlen oder eine insolvenzgeschützte private Lösung nachzuweisen. Wer früh gefördert vorsorgt, ist ohnehin auf der sicheren Seite.

Fazit

Als Selbstständiger trägst Du die volle Verantwortung – hast aber auch die größte Freiheit. Der stärkste Weg ist meist die Kombination aus der steuerlich geförderten Rürup-Rente und einem flexiblen ETF-Depot, ergänzt um Immobilien oder eine Versicherungslösung. Und mit Blick auf die geplante Vorsorgepflicht lohnt es sich, jetzt zu handeln.

Bau Deine Vorsorge mit uns auf. Wir berechnen Deine Lücke und finden die geförderte Kombination, die zu Deinem Einkommen und Deinen Zielen passt. → Jetzt zur Altersvorsorge für Selbstständige beraten lassen

Ratgeber

Fundiertes Wissen zu Altersvorsorge, Versicherungen und Immobilien. Verständlich geschrieben, mit praktischen Beispielen und ehrlichen Einschätzungen. Artikel, die Dir bei Deinen Finanzentscheidungen wirklich weiterhelfen.

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