Wie gut ist die uniVersa Krankenversicherung 2024?
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March
2024
10
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Der Versicherer uniVersa aus Nürnberg bringt in den nächsten Monaten einen neuen Tarif heraus. Er soll sich im oberen Premiumbereich eingliedern. Wir sprechen deshalb bereits jetzt über die zu erwartenden Neuerungen.
Wie war die Tariflandschaft bisher?
Mit einem Wort: Solide. Was bisher einzigartig war, ist die Tarifwechselwelt der uniVersa. Man konnte beispielsweise vom uni-VE 2000 G in den uni-A 155 ohne erneute Gesundheitsprüfung wechseln.
Da sich belegen lässt, dass sich nach Berücksichtigung von Alterungsrückstellungen, Selbstbehalten und Arbeitgeberzuschüssen Einsteigertarife selbst bei zunächst niedrigeren Beiträgen auf dem Papier nachteilig auswirken im Vergleich zu Premiumtarifen, betrachten wir im Folgenden ausschließlich die Tarifkombination uniVersa uni-A310, uni-ST 1/100 und uni-ZA 100. Diese kostet für einen 25-Jährigen mit 130 € Krankentagegeld 733 €.
Im Vergleich mit anderen Anbietern fällt auf, dass die uniVersa verhältnismäßig viel für ihren Schutz verlangt. Das finden wir gut. Nicht wegen der höheren Provision, sondern wegen der nachhaltigen Kalkulation. Der MedBest 300 von der ARAG kostet 581 €. Wer 180 € weniger für einen vermeintlich vergleichbaren Tarif zahlt, sollte sich fragen, womit dieser Unterschied erklärt wird. Ein Versicherer, der alle paar Jahre neue Tarife herausbringt, die stets günstiger und besser sein sollen, sollte einen skeptisch machen.
Was war am bisherigen Top-Tarif gut?
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| heading: Kein Haus- oder Primärarztprinzip
| paragraph: Freie Arztwahl ohne Einschränkungen.
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| heading: Spitzenmedizin in allen Bereichen
| paragraph: Ambulant, stationär und dental mit Möglichkeit zur Überschreitung der GOÄ und GOZ.
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| heading: Vorsorge über GKV-Niveau
| paragraph: 500 € Vorsorgebudget innerhalb von zwei Jahren inklusive Schutzimpfungen.
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| heading: Offener Heil- und Hilfsmittelkatalog
| paragraph: Alles, was in der Zukunft neu hinzukommt, ist automatisch vom Versicherungsumfang gedeckt.
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| heading: Psychotherapie ohne Sitzungsbegrenzung
| paragraph: 100 % Erstattung sowohl ambulant als auch stationär, ohne Limitierung der Sitzungsanzahl.
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| heading: Privatkliniken und Anschlussheilbehandlung vollumfänglich mitversichert
| paragraph: Stationäre und ambulante Anschlussheilbehandlung ist explizit mitversichert. Ebenso häusliche Krankenpflege und Palliativversorgung.
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| heading: Zahnleistungen ohne Obergrenzen
| paragraph: 100 % bei Zahnersatz, 80 % bei Zahnbehandlung. Keine Begrenzungen bei Implantaten, kieferorthopädischen Maßnahmen, Material- und Laborkosten sowie PZR.
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| heading: Wahlleistungen im Krankenhaus
| paragraph: Einbettzimmer und Wahlarzt inbegriffen.
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Was war am bisherigen Top-Tarif weniger gut?
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| heading: Keine weltweite Geltung bei dauerhaftem Auslandsaufenthalt
| paragraph: Bei Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltes außerhalb Europas galt der Schutz maximal drei Jahre.
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| heading: Keine Rehamalßnahmen, Kur oder Entziehungsbehandlung versichert
| paragraph: Ein erheblicher Nachteil gegenüber der GKV.
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| heading: Zahnstaffel mit GEsamtdeckel
| paragraph: 15.400 € in den ersten sieben Jahren, wobei auch Zahnbehandlungen in die Summe einflossen.
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| heading: Hilfsmittel nur in jährlichen Abständen
| paragraph: Bei Amputation und sofortigem Prothesenbedarf können Kosten von 30.000 bis 50.000 € entstehen, bevor eine zweite Prothese erstattet werden kann.
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| heading: 14-Tage-Frist bei Anschlussheilbehandlung
| paragraph: Was passiert, wenn der Patient zwischen zwei Behandlungsphasen erst wieder zu Kräften kommen muss, beispielsweise nach einer Krebstherapie?
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| heading: 80 % bei Zahnersatz
| paragraph: Für einen Top-Tarif im Premiumsegment zu wenig.
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Was wird im neuen Tarif anders?
Die uniVersa weist darauf hin, dass sich bis zur Veröffentlichung der finalen AVB noch Änderungen ergeben können. Der neue Tarif wird voraussichtlich eine Selbstbeteiligung von 300 € pro Jahr haben, für Kinder die Hälfte. Im Folgenden unsere Bewertung der angekündigten Änderungen.
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| heading: Sehhilfen: 600 € innerhalb von 2 Jahren
| paragraph: Bisher gab es laut Highlight-Blatt jährlich 410 € für Kontaktlinsen plus alle zwei Jahre Brillengestell und Gläser. In der Summe waren das in zwei Jahren bis zu 1.135 €. Die neue Regelung mit 600 € fällt für aktive Brillen- und Kontaktlinsenträger also schlechter aus.
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| heading: Ambulante Psychotherapie: 100 % bis zur 20. Sitzung, danach 90 %
| paragraph: Bisher gab es 100 % ohne Einschränkung. Bei 104 Sitzungen pro Jahr zu je 100 € entstehen nach neuer Regelung rund 840 € Eigenanteil jährlich. Eine Schlechterstellung, die allerdings im Vergleich zu anderen Premiumanbietern wie der Hallesche nicht ungewöhnlich ist.
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| heading: Heilpraktiker: maximal 2.000 € pro Kalenderjahr
| paragraph: Bisher gab es 100 % Erstattung. Eine Einschränkung, die wir begrüßen. Nicht wissenschaftlich anerkannte Methoden können ein erheblicher Kostentreiber sein. Die Entscheidung der uniVersa ist damit konsequent.
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| heading: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)
| paragraph: Neu: 100 % nach ärztlicher Verordnung bzw. 80 % anderweitig bis 1.600 € nach schriftlicher Zusage. Bisher nicht mitversichert. Solide Ergänzung, aber kein Highlight.
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| heading: Ambulante Soziotherapie bis 120 Stunden in drei Jahren
| paragraph: Bisher nicht versichert. Ein solider Lückenschluss gegenüber einem bisherigen Nachteil im Vergleich zur GKV.
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| heading: Auslandsmaßtransport und Überführung aus dem Ausland
| paragraph: Bisher nicht versichert. Relevant für alle, die keine separate Auslandsreisekrankenversicherung abschließen.
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| heading: Zahnersatz: 90 % statt 80 %
| paragraph: Eine echte Verbesserung. Bei drei Implantaten zu je 3.000 € reduziert sich der Eigenanteil von bisher 1.800 € auf künftig 900 €.
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| heading: Neue Zahnstaffel mit früherer Vollerstattung
| paragraph: Neu: 1.500 € im ersten Jahr, 3.000 € in den ersten zwei, 4.500 € in den ersten drei und 6.000 € in den ersten vier Jahren. Danach unbegrenzt. Bisher waren es sieben Jahre bis zur vollen Erstattung. Eine klare Verbesserung.
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| heading: Beitragsbefreiung beim Bezug von Elterngeld
| paragraph: Neu: 6 Monate Beitragsbefreiung für das Neugeborene und für einen selbst. Bei einem Kindesbeitrag von ca. 150 € und einem eigenen Beitrag von ca. 600 € sind das maximal 4.500 € Ersparnis. Verglichen mit dem Gesamtbeitragsvolumen über ein Leben eher als Marketingargument einzuordnen.
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| heading: Kinderkrankentagegeld
| paragraph: Neu: Bei Erkrankung eines versicherten Kindes. Das entspricht dem GKV-Pendant. Faktisch schließt die uniVersa damit eine Lücke, die im Alltag nur in wenigen Fällen relevant wird.
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| heading: Rehamalßnahmen ambulant und stationär
| paragraph: Bisher nicht versichert. Ein echter Fortschritt, der in der Kommunikation der uniVersa leider zu wenig Gewicht bekommt.
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| heading: Haushaltshilfe bei Kinderbetreuung
| paragraph: Bisher nicht versichert. Nett, aber im Gesamtkontext von geringer finanzieller Bedeutung.
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| heading: Beitragsruckerstattung
| paragraph: Garantiert 600 € plus bis zu 2,5 Monatsbeiträgen ab dem ersten leistungsfreien Jahr (erfolgsabhängig). Einfacher als bisher, aber Beitragsruckerstattungen sind jährlich kürzbar, steuerlich anrechnungspflichtig und mit steigendem Vertragsalter immer schwerer zu erreichen. Wir wünschten uns, die Mittel flossen lieber in die Alterungsrückstellungen.
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| heading: Vorsorge ohne Selbstbeteiligung und ohne Einfluss auf die BRE
| paragraph: Vorsorgleistungen, Zahnprophylaxe, Präventionskurse und Schutzimpfungen zählen künftig nicht mehr zur Selbstbeteiligung und beeinträchtigen nicht die Beitragsruckerstattung. Sehr begrüßenswert: Vorsorge muss belohnt werden.
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Preisgestaltung
Mündlich wurde eine preisliche Einordnung zwischen dem Tarif MedBest 300 von ARAG und dem NK.select XL Bonus der Hallesche zugesichert.
Zum Vergleich: Für einen 25 Jährigen kosten die o.g. Tarife 650 € bzw. 581 €.
Jetzt ist der neue Tarif von der uniVersa nicht (viel) leistungsstärker als der der Hallesche und der ARAG, preisseitig sind sie aber relativ nahe beieinander. Dahingehend würde also die Kalkulation aufgehen.
Was mich stutzig macht: Der neue Tarif ist in sehr vielen Bereichen deutlich besser als der alte mit ähnlicher SB. Ich hoffe daher stark, dass sich die uniVersa nicht an den eben benannten Tarifen orientieren will, sondern ihren Status als v.a. beitragsstabilen Versicherer fortsetzen möchte. Beide Anbieter haben mit ihren Tarifen zwar leistungsseitig sehr gute Angebote, sind allerdings mehr (ARAG) oder minder (Hallesche) deutlich unterkalkuliert und werden damit auf lange Sicht ihre zu wenig gezahlten Beiträge der Versicherten in Form von Beitragsanpassungen nachholen müssen. Die SDK verlangt für die Tarifkombi AM11 S1 Z9 nämlich 750 € und nur zur Erinnerung der vergleichbare uni-A 310 immer noch 733 €.
Fazit
In Summe stehen die Änderungen dem neuen uniVersa Tarif sehr gut. Wo auf Beitragsstabilität statt Leistungsverbesserung gesetzt wurde ist die ambulante Psychotherapie und die Erstattung von Heilpraktikern. Eine nachvollziehbare Entscheidung.
Was ich jedoch weniger gut finde, ist dass die uniVersa größtenteils bei Produktverbesserungen den Schwerpunkt aufs Marketing gelegt hat, statt auf die verbindlichen AVB zu schauen: Hohe BRE und viel GKV Make-Up.
Dass z.B. Rehamaßnahmen nun versichert sind, sieht die uniVersa in ihrem eigenen Hightlight-Blatt also lediglich als „Besonderheit“, die anscheinend vergleichbar mit dem Kinderkrankentagegeld ist. Das ist ein tatsächliches Highlight, was es hervorzuheben gilt (außer es ist zurecht so klein dargestellt, weil zig Ausschlüsse und Einschränkungen dort zu finden sind – bitte uniVersa: Lasst mich nicht schwach werden!)!
Ich hoffe daher inständig, dass „Hilfsmittel in einjährigen Abständen“, MB/KK Bedingungen bei gemischten Anstalten, max. 3 jährige Fortführung der Versicherung außerhalb Europas und die doofe 14-Tage-Regelung bei AHB in den finalen AVB nicht mehr zu finden sind.
Dafür würde ich auch auf Kinderkrankentagegeld und Beitragsbefreiung bei Elternzeit verzichten.
Bis dato war die uniVersa schon immer vermittelbar, weil kein absoluter Graus in den AVB. Wenn die eben benannten Kritikpunkte verbessert würden, dann sieht es allerdings gut aus, das die uniVersa wieder im Premiumsegment mitspielen kann, statt „nur dabei“ zu sein.
Es bleibt allerdings auf die finalen AVB zu warten, woraus sich ggf. noch kleinere (oder auch größere) Anpassungen ergeben.
Wer genaue Fragen zum Thema private Krankenversicherung hat, kann sich hier einen kurzen Termin buchen.
March 5, 2026
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