Der Genickbruch für das private Depot
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January
2024
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Investieren ist kein Nischenthema mehr. Die Zahl privater ETF-Sparpläne hat sich zwischen 2014 und 2021 auf das 31-Fache gesteigert. Corona, die Rentеnlücke und der demografische Wandel haben dazu beigetragen. ETFs gelten als das Anlageinstrument des 21. Jahrhunderts, Neobroker und Robo-Adviser machen den Einstieg denkbar einfach.
Und trotzdem verlieren Privatanleger in der Praxis massiv Rendite. Nicht wegen schlechter Produkte, sondern wegen vorhersehbarer Verhaltensfehler. Die Verhaltensökonomie nennt sie Bias. Wer sie kennt, kann sie vermeiden.
Market Timing: Der erste Genickbruch
Market Timing ist der Versuch, den besten Ein- und Ausstiegszeitpunkt zu finden. Das Problem dabei ist simpel: Die Zukunft ist nicht vorhersehbar. Kein Mensch hätte im Herbst 2019 einen Kurseinbruch des MSCI World von über 30 % prognostizieren können.
Trotzdem kommt die Frage in jedem zweiten Beratungsgespräch: Soll ich jetzt investieren oder noch warten? Ein Blick auf den S&P 500 über 30 Jahre beantwortet sie am klarsten.
{{ | rich-list | rich-item | time-circle @icon |/time-circle | rich-content | heading-3-l: Diszipliniertes Buy’n’Hold über 30 Jahre | paragraph: Wer über ca. 11.000 Handelstage investiert bleibt, erzielt im Schnitt 8,4 % Rendite pro Jahr. |/rich-content |/rich-item | rich-item | tick-square @icon |/tick-square | rich-content | heading-3-l: 5 verpasste Handelstage | paragraph: Wer durch ständiges Kaufen und Verkaufen nur die 5 besten Tage verpasst, landet bei 6,9 % Rendite. |/rich-content |/rich-item | rich-item | tick-square @icon |/tick-square | rich-content | heading-3-l: 20 verpasste Handelstage | paragraph: Wer die 20 besten Handelstage verpasst, halbiert seine Rendite. Bei 5 von 11.000 Tagen sprechen alle Wahrscheinlichkeiten dagegen, genau diese Tage zu treffen. |/rich-content |/rich-item |/rich-list }}
Stock-Picking: Der zweite Genickbruch
Beim Stock-Picking werden gezielt einzelne Aktien gekauft, in der Hoffnung, den Markt zu schlagen. Ein Blick auf den Russell-3000-Index, der die 3.000 größten US-Unternehmen abbildet, zeigt das Problem sehr deutlich.
{{ | rich-list | rich-item | danger-triangle @icon |/danger-triangle | rich-content | heading-3-l: 40 % aller Aktien mit absolutem Verlust | paragraph: Vier von zehn börsennotierten Unternehmen haben über ihren gesamten Lebenszyklus einen absoluten Verlust erzielt. |/rich-content |/rich-item | rich-item | location @icon |/location | rich-content | heading-3-l: Zwei Drittel schlechter als der Marktdurchschnitt | paragraph: Die Mehrheit aller Aktien lief schlechter als der Gesamtmarkt. Das relativiert jeden selektiven Auswahlversuch erheblich. |/rich-content |/rich-item | rich-item | tick-square @icon |/tick-square | rich-content | heading-3-l: Nur 7 % echte Outperformer | paragraph: Lediglich 7 % der Unternehmen haben den Markt wirklich deutlich übertroffen. Die Wahrscheinlichkeit, genau diese zu treffen, ist verschwindend gering. |/rich-content |/rich-item |/rich-list }}
Die richtige Antwort: Breite Streuung und Buy’n’Hold
Die Finanztheorie liefert auf beide Fallen eine klare Antwort. Sie basiert auf der sogenannten Effizienzmarkthypothese: Alle bekannten Informationen sind bereits in den aktuellen Kursen eingepreist. Mit bekannten Informationen lässt sich kein Geld verdienen. Was niemand weiß, ist Spekulation.
Das Gegenmittel zu Stock-Picking ist Diversifikation. Statt nach der Nadel im Heuhaufen zu suchen, kauft man einfach den gesamten Heuhaufen. Ein breit gestreuter Weltindex bildet genau das ab. Risiko und Rendite lassen sich über die Wahl der richtigen Anlageklasse steuern, nicht über den Versuch, einzelne Gewinner vorauszusagen.
Warum Anleger es trotzdem falsch machen
Die Theorie ist bekannt. Die Praxis sieht anders aus. Fast die Hälfte aller Privatanleger führt über 20 Transaktionen pro Jahr durch. Selbst ETF-Nutzer schichten ihr Portfolio häufiger um als sinnvoll ist und verlieren dabei Rendite.
Dafür gibt es psychologische Ursachen.
{{ | rich-list | rich-item | tick-square @icon |/tick-square | rich-content | heading-3-l: Hot Hand Fallacy | paragraph: Anleger schließen aus vergangenen Gewinnen auf zukünftige Entwicklungen. Wer zuletzt richtig lag, vertraut sich zu viel. Vergangene Kursverläufe sagen über die Zukunft rein gar nichts aus. |/rich-content |/rich-item | rich-item | tick-square @icon |/tick-square | rich-content | heading-3-l: Gambling-Effekt und Peer-Group-Druck | paragraph: Für viele Anleger geht es nicht nur um Rendite, sondern auch um den Vergleich mit Freunden und Kollegen. Kurzfristige Gewinne wirken wie ein Spiel. Dieses Verhalten ist besonders bei jungen männlichen Anlegern verbreitet. |/rich-content |/rich-item | rich-item | tick-square @icon |/tick-square | rich-content | heading-3-l: Herding und Finfluencer | paragraph: Das blinde Nachmachen von Entscheidungen anderer, insbesondere aus Social-Media-Communities, führt dazu, dass Anleger die gleichen Fehler zur gleichen Zeit begehen. Mit besonders hoher Konzentration. |/rich-content |/rich-item |/rich-list }}
Fazit
Market Timing und Stock-Picking gefährden die Rendite mehr als jede Börsenkrise. Einfaches Buy’n’Hold eines breit gestreuten Weltportfolios schlägt die meisten aktiven Strategien langfristig, das zeigen Jahrzehnte empirischer Forschung.
Das eigentliche Problem sitzt allerdings nicht im Depot, sondern im Kopf. Diese Verhaltensfehler zu kennen ist der erste Schritt, sie zu vermeiden.
{{ | rich-card | rich-content | heading-3-l: Wir kümmern uns, damit Du leben kannst. | paragraph: Ein Weltportfolio, konsequentes Buy’n’Hold und kein Platz für Spieltrieb oder Peer-Group-Druck. Wenn Du magst, schauen wir gemeinsam, wie Deine Geldanlage sinnvoll aufgestellt ist. | author: Adrian Schmidt | Finanzberater | btn-text: Jetzt Erstgespräch sichern | btn-link: link |/rich-content |/rich-card }}
March 5, 2026
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Ratgeber
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